Alle Kinder geraubt

Lieber Karl,

Wir sind dankbar für jeden, der sich über die lieben Gorbers, denen im Januar alle ihre minderjährigen Kinder (6) in Abwesenheit der Eltern durch 20 Polizisten und 9 Jugendamts-Mitarbeiter gewaltsam weggenommen wurden, Gedanken macht und ihre Nöte auf dem Herzen trägt bzw. im Gebet vor den HERRN bringt. Heute können wir endlich mal eine schöne Mitteilung weitergeben: Endlich wurde den Gorber-Kindern erlaubt, wenigstens noch einige Tage der Ferien zu Hause verbringen zu dürfen, - bis zum 1. September. Dann sollen sie "pünktlich um 18 Uhr" wieder im Heim sein, "damit wir euch nicht wieder mit der Polizei abholen müssen!", sagte die Heimleitung. - Doch wir hoffen, dass das Jugendamt endlich Verständnis dafür bekommt, dass die Gorber-Kinder zu ihren Eltern gehören. Wir hoffen, dass sie nach den Ferien nicht mehr in jene weit entfernten Schulen in der Umgebung des Kinder- bzw. Jugendheims gehen müssen, damit sie nicht bei dem Wechsel ins Elternhaus, den wir auf das Eltern-Gutachten hin erhoffen, nochmals die Schule wechseln müssen. Die Eltern haben den Termin endlich bekommen, um das Gutachten für sie selbst erstellen zu lassen: den 3. September.

Im Anhang ist alles noch näher ausgeführt.


Herzliche Grüße




19.08.2008

Mitteilung über Fam. Gorber, von der alle minderjährigen Kinder im Januar

weggenommen wurden:

Vor ca. 2 Wochen durfte endlich wenigstens der 3-jährige David wieder nach Hause, was

sowohl für die Eltern als auch für ihn eine große Freude und Erleichterung war. David ist ein

richtiger kleiner Sonnenschein, ständig heiter und gesprächig. Die Mutter sagte mir, dass er

ihr immer nachgelaufen sei wie ein kleines Hündchen, so pflegeleicht war und so lieb.

Auch heute haben wir eine freudige Nachricht: Die 3 kleineren Gorber-Mädchen waren ja nun

schon seit fast 8 Monaten vom Elternhaus ferngehalten worden, obwohl sie so oft bekundeten,

dass sie sich danach sehnen, in ihre Familie zurückkehren zu dürfen. Die Eltern durften nur

1-mal wöchentlich für 2 1/2 Stunden zu Besuch kommen. Der Abschied fiel ihnen immer so

schwer; Rebecka weinte jeweils sehr.

Doch nun durften sie heute morgen endlich nach Hause - wenigstens für die letzten 12 Tage

der Ferien. Die anderen Kinder im Kinderheim hatten von Anfang an die Ferien in ihren

Elternhäusern verbringen dürfen - abgesehen von dem Zeltlager, das für alle Heimkinder

organisiert worden war, wohin auch die Gorber-Kinder mitfahren mußten. So waren sie die

vergangenen 2 Wochen fast ganz allein im Kinderheim.

Jetzt sind sie ganz ausgelassen vor Freude, dass sie endlich wieder zu Hause sein dürfen.

Als sie heute morgen heimkamen, rannten sie gleich durch alle Zimmer, um sich alles

anzuschauen, was ihnen von früher her so vertraut und lieb war, was sie so lange vermissen

mussten.

Dann liefen sie draußen zu ihrem Lieblingskletterbaum - ein Walnußbaum -, auf dem sie ein

Baumhaus haben. Anschließend sprangen sie in der Scheune herum. - So begann der erste

Tag in ihrem geliebten Elternhaus.

Auch die beiden älteren weggenommenen Kinder aus dem Jugendheim, denen bei der

Gerichtsverhandlung (29.07.08) wenigstens erlaubt wurde, die Wochenenden zu Hause zu

verbringen, dürfen nun für die Zeit bis zum 1. September nach Hause. Sie sind alle sehr

glücklich. Jedenfalls vorläufig, bis sie wieder ins ungeliebte Heim müssen.

Eines der Kinder hatte in einem Test auf die Frage hin, ob ihnen irgendetwas zu Hause nicht

gefalle, geantwortet: "Es gibt nichts bei uns zu Hause, was mir nicht gefallen würde." Es

waren so viele Fragen gestellt worden, mit denen man das Elternhaus ausspionieren wollte

- schrecklich! Doch die Gorber-Kinder haben sich im Heim tapfer gehalten. Die 12-jährige

Thea nahm sich so mütterlich des damals erst 2-jährigen David an, wie auch die 10-j. Esther

sich der 7-j. Rebecka annahm. Es ist so bewegend, wenn man in den Satzergänzungstesten des

Gutachtens über die Kinder liest1

:

z.B. von Sarai (17):

"Vater... ist ein sehr liebevoller Vater, der sehr um das Wohl seiner

Kinder besorgt ist.

Meine Familie... ist mein Heim, ist hinter mir, wir gehören zusammen,

1

Die Eltern und Kinder haben mir die Erlaubnis gegeben, es Ihnen mitzuteilen.
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wir verstehen uns sehr gut, einer hilft dem anderen wenn er nicht zurecht

kommt und ist ein Stück heile Welt bisher und immer noch.

Mich bedrückt... dass ich jetzt nicht bei meinen Eltern sein kann.

Meine Geschwister... sind eigentlich alle sehr nett und wir verstehen uns

sehr gut.

Mir geht es am besten... zu Hause.

Am meisten wünsche ich mir... klar, zu Hause zu sein."

oder von Prisca (14):

"Ich brauche... tägliche Orientierung von Gott.

Es macht mir Spaß... mit meinen Geschwistern etwas zu unternehmen.

Manchmal träume ich... von zuhause.

Ich bin sehr... niedergeschlagen, dass ich in diesem Heim sein muss.

Manchmal fühle ich... dass sich mein Vater um uns besonders oft

kümmert.

Mutter... ist auf dem Weg der Genesung. (PS: Das war noch im Februar, als sie das

geschrieben hat; mittlerweile ist die Mutter - Gott sei's gedankt! - längst wieder gesund!

Hoffentlich... dürfen wir bald nach Hause

Vater... nimmt die Sache sehr ernst und ist außerdem sehr liebevoll zu

uns.

Meine Familie... wurde auseinander gerissen.

Am liebsten... würde ich sofort nach Hause gehen.

Meine Gedanken... sind oft zuhause.

Meine Geschwister... sind sehr lieb und nett.

Mir geht es am besten... wenn ich zuhause bin."

Oder von Thea (12):

"Vater... mag mich und der ist nett.

Meine Eltern... die sind sehr gut.
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Am meisten wünsche ich mir... dass ich bald wieder heim kann."

Oder von Esther (10):

(Beim "Familiestellen":) Die Eltern stellt sie sehr nah, Esther lässt keinen Platz zwischen sich

und ihnen. Sie verstehe sich mit ihnen sehr gut.

Zur momentanen Situation berichtet Esther, dass sie alle sehr vermisse, so schnell wie

möglich nach Hause wolle und sich zu Hause sehr wohl fühle.

Im emotionalen Bereich gibt Esther keine Belastung an. Sie vermisst ihre Familie sehr, ist

aber eindeutig zuversichtlich, dass sie bald wieder zusammen sind. Die Familie ist für Esther

sehr wichtig, sie gibt ihr aus ihrer Sicht viel Sicherheit und Geborgenheit.

Oder von Rebecka (7):

"Mutter...vermisse ich sehr, hoffentlich.. .komme ich bald wieder nach Hause,

Vater...mag mich sehr und mag ich sehr,

die glücklichste Zeit...wenn meine Eltern zu Besuch kommen,

meine Geschwister...sind sehr lieb,

mir geht es am besten...zu Hause, nicht im Kinderheim,

meine Eltern...sind sehr gut,

am meisten wünsche ich mir. ..dass ich zu Hause bin,

am liebsten würde ich jetzt. ..nach Hause gehen."

Beim Familiestellen: Sie eröffnet ihre Schilderung mit dem Kommentar: "Es gibt nichts, was

ich nicht gut finde in der Familie". Das Verhältnis zwischen den Eltern beschreibt sie als sehr

gut, es gebe sehr wenig Streit zwischen beiden. Sie selbst verstehe sich am besten mit Miriam,

mit ihr zusammen habe sie auch ihre Dienste. Sie habe aber eigentlich mit niemandem Streit

in der Familie.

Beim Geschichten erzählen berichtet Rebecca zum Motiv "Wohnzimmer" folgendes: "Hier

gibt es ein großes Sofa und einen großen Teppich, keinen Fernseher. Wir essen meistens

im Wohnzimmer, alle gemeinsam. Da ist es schön. Beten tun wir auch hier, 3 mal am Tag.

Da will ich wieder hin, mir fehlt einfach mein Zuhause. Sonst tun wir noch spazieren,

Küchenarbeiten und Hausaufgaben machen und Playmobil spielen."

Doch nun soll es genug sein. - Am 3. September ist der Termin für die Eltern, um das

psychiatrische Gutachten erstellen zu lassen; hoffentlich merkt der Psychiater, dass die Mutter

wieder ganz gesund und der Vater nicht psychisch krank ist (was durch Mißverständnisse
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und Verunglimpfungen als Gerücht aufkam). Mit Psychiatern ist das ja manchmal ein

Problem. Sie können aus allen möglichen Worten oder Verhaltensbeobachtungen „psychische

Krankheiten“ herauslesen, die gar nicht existieren. – Unter dem Kommunismus wurden

Gläubige oft als „psychisch krank“ in die Psychiatrie eingewiesen. Der Christliche Glaube

wird auch hierzulande schon fast als krankhaft angesehen.

Ich weiß nicht, ob Sie schon wissen, dass Herr Heinz, ein christlicher Publizist, ständig über

diesen Fall von Behördenwillkür berichtet auf seiner Webside: 
www.medrum.de

Er hat heute auch einen schönen Artikel gebracht.

In der Hoffnung, dass Gott auch bei den lieben Gorbers alles zum Besten wendet,

grüße ich herzlich

Christa Widmer
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Charly  21.08.2015