Familie Dudek Verfahren eingestellt

03.07.2007

Fam. Dudek hatte heute eine Gerichtsverhandlung beim Familiengericht. Es war vom

Jugendamt eine Überprüfung des Kindeswohls beantragt worden (nach § 1666), und

daraufhin stand schon in der Zeitung, es gehe um das Sorgerecht! So kann man sich

schon denken, dass Fam. Dudek nicht ganz unbeschwert bei Gericht erschien. Doch sie

verwunderten sich schon vor der Gerichtsverhandlung, als sie erlebten, dass eine Dame vom

Jugendamt dem Journalisten, der den Artikel in der Zeitung geschrieben hatte, als erstes sagte,

er habe damit einen Fehler gemacht, denn von Sorgerechtsentzug sei keine Rede. Man merkte

ihr an, dass es ihr peinlich war, dass der Journalist so etwas verbreitet hatte. – Das Jugendamt

wusste von Anfang an, dass es nicht genug in der Hand hatte, um Sorgerechtsentzug zu

beantragen; es konnte sich nur um ein „Psychologisches Sachverständigen-Gutachten“

handeln (was natürlich schnell zu Sorgerechts-Entzug führen kann, wie wir damals bei

unserer lieben Melissa erleben mussten). –

Als dann die Verhandlung begann, nahm der Richter sich zuerst mal 20 Min. Zeit, die 6

Kinder kennen zu lernen und sich mit ihnen zu unterhalten. Herr Dudek merkte schon gleich

zu Beginn, dass der Richter, Herr Helmut von Moltke (abgesehen vom fehlenden H nach

dem T in „Helmut“ heißt er genauso wie der General, der im „Dritten Reich“ im Widerstand

war!), ihnen wohlgesonnen war – obwohl er sich in einem anderen Fall als sehr hart gezeigt

hatte. Aber in dem Fall von Fam. Dudek war er ganz fair. Nachdem er mit den Kindern

allein gesprochen hatte, sagte er offiziell, dass er die Einholung eines psychologischen

Sachverständigen-Gutachtens ablehne, denn er habe jetzt herausgefunden, dass die Kinder in

keiner Weise gefährdet sind; im Gegenteil: sie seien wohl geraten, und ihnen fehle überhaupt

nichts. Von Kindeswohl-Gefährdung könne er nichts sehen, und es bestehe kein Grund für

einen Sorgerechts-Entzug. Außerdem müsse man zwischen Schulpflicht-Verletzung und

Familiengerichtssache säuberlich unterscheiden; er werde die Eltern nicht ermahnen, ihre

Kinder in die Schule zu schicken, denn das sei nicht seine Aufgabe.

Auf die wiederholten Versuche des Jugendamtes, seine „Punkte“ anzubringen („ungeklärte

finanzielle Lage“, keine Krankenversicherung, „ungeklärte Religionszugehörigkeit“) ging

der Familienrichter gar nicht ein, weil diese Fragen nicht das Kindeswohl berühren würden.

Außerdem tadelte er das Jugendamt, weil es nicht richtig recherchiert hatte.

Während der Verhandlung verwies der Richter die Anwesenden auf ein Gedicht, das er am

Ende sogar noch vorlas: „Eure Kinder sind nicht eure Kinder.“ Darin kam zum Ausdruck,

dass die Kinder nicht den Eltern wie ein Besitz gehören, sondern letzten Endes dem

allmächtigen Gott (zwar kam das Wort „Gott“ nicht direkt wörtlich drin vor, aber es kam

sehr deutlich zum Ausdruck, dass mit dem „Er“ nur Er, der Herr, gemeint war), und dass die

Kinder nur eine Leihgabe von Ihm – nämlich von Gott – an die Eltern sind.

Herr Dudek beurteilte den Richter als einen sehr verständigen Mann mit Einsicht, der gut mit

Kindern umgehen könne. Das hatten seine Jungens selbst gesagt. Er ist in dem ganzen Kampf,

den Fam. Dudek nun schon seit Jahren führt, ein Lichtblick – ähnlich wie damals der Richter

in Alsfeld, der die Eltern Bauer vom strafrechtlichen Vorwurf der Schulpflichtverletzung

freigesprochen hatte. – Fam. Dudek freut sich sehr, dass Gott offensichtlich hierin die Gebete

Seiner Kinder erhört hat; Er hat ihnen von Anfang an diesen Richter dort hingesetzt.

Heute Morgen hatte Herr Dudek in seiner Stillen Zeit gerade noch die Verse in 2. Mose 19,4

und in Kap. 14,13-14 gelesen, auf die ihn jemand per Fax hingewiesen hatte; in diesen zwei

letzten Versen heißt es:
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„...Fürchtet euch nicht, stehet fest und sehet zu, was für ein Heil der Herr heute an euch tun

wird.... Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet still sein.“

Herr Dudek sagte mir, er habe dann recht kleingläubig gedacht: „Ja, schön wär’s, wenn

das bei uns auch zutreffen würde.“ Er wagte es kaum zu glauben, dass der Herr auch ihnen

gegenüber zu diesen Seinen Verheißungen stehen würde. Und dann durften sie es doch in

solch wunderbarer Weise genau so erleben, wie sie es gelesen hatten: Gott stritt für sie, und

sie durften still sein. Herr Dudek bemerkte noch: „Ich hätte eigentlich gar nichts bei Gericht

sagen müssen, denn der Richter hatte das, was ich vorher geschrieben hatte, wirklich gelesen

und ernst genommen. Er sagte: ‚Ich hab das alles ausführlich gelesen und zur Kenntnis

genommen; ich weiß, was Sie geschrieben haben.’“ – Wirklich, der Herr hatte für Fam.

Dudek gestritten, und sie durften stille sein. Das war ihnen solch eine Ermutigung! Und Herr

Dudek war bezüglich seines Kleinglaubens im Nachhinein recht beschämt.

Das andere Problem bleibt natürlich (noch) bestehen: das Strafverfahren wegen

Schul(besuchs)pflicht-Verletzung; aber Gott hat auch das in Seiner Hand. Der Termin des

Landgerichts steht noch nicht fest. – Fam. Dudek weiß noch nicht, wie ihr zukünftiger Weg

aussieht; umziehen können sie momentan wirklich nicht, denn Frau Dudek erwartet Ende

September das 7. Kind. Sie hoffen, dass sie wegen der Schwangerschaft noch einen Aufschub

bekommen.

Zum Schluss sagte mir Herr Dudek: „Obwohl der Druck auf die Hausschul-Familien so groß

ist, sollten wir immer die Hoffnung haben, dass Gott an den Herzen der anderen Menschen

– auch der Behörden – wirken und sie lenken kann; das haben wir ja jetzt auch gesehen. Wir

sollten deshalb immer bezüglich dieser Menschen das Beste hoffen. – Auch, wenn die Zeit

dunkel ist, dürfen wir uns wirklich auf Gottes Wort stützen.“ – Er bedankt sich herzlich für

alle Gebete.

So sind auch wir Gott dankbar, dass es jetzt mal wieder – obschon sehr selten – einen

Lichtblick gegeben hat und Fam. Dudek vorerst aufatmen kann. Alles Weitere dürfen wir Gott

anbefehlen.

Charly  01.02.2015