Gefängnisaufenthalt einer 12-fachen Mutter

Lieber Karl,,
sicher kann dieser Bericht keinen Christen gleichgültig lassen. Deshalb will ich ihn auch Ihnen/ Dir/ Euch (als Serien-Email) schicken:


Gefängnisaufenthalt einer Paderborner gläubigen Christin
und 12-fachen Mutter:
Katharina Plett

Frau Katharina Plett ist eine 12-fache Mutter aus dem Kreis Paderborn. Sie gehört zu den 8 gläubigen Familien der Evangeliums-Christen-Baptisten, die vor 2 Jahren einige ihrer Kinder aus der Schule genommen haben, um sie zu Hause zu unterrichten. Das auferlegte Bußgeld können sie aus Gewissensgründen nicht bezahlen, weil das ihrer Meinung nach ein stillschweigendes Eingeständnis eines Vergehens und einer diesbezüglich reumütigen Haltung wäre. Doch da sie ihre Kinder nur vor der Verderbnis durch SE und Okkultismus schützen wollten, können sie dafür nicht Buße tun. Sie würden sonst die Wahrheit verleugnen.

Da aber der Staat weiterhin das auferlegte Bußgeld einfordert, wurden nach und nach die Familienväter für 10-15 Tage in Zwangshaft genommen. Jetzt will man auch die Frauen inhaftieren. Als erste wurde nun Katharina Plett am Donnerstag, den 07.09.06, verhaftet. Eine Frau klingelte an der Tür und fragte: "Sind Sie Katharina Plett?" Nachdem sie es bejaht hatte, zeigte die Beamtin ihren Ausweis und sagte: "Ich bin von der Kriminalpolizei." Dann rief sie ihren Kollegen, der sich hinter Bäumen versteckt hatte. Er kam herbei, stellte sofort seinen Fuß in die Tür und sagte: "Sie sind verhaftet!" Die Frau fragte: "Wollen Sie nicht lieber doch das Bußgeld bezahlen, statt ins Gefängnis zu gehen? 250 € ist doch gar nicht so viel -" Frau Plett antwortete: "Menschlich gesehen, ja, aber nach meinem Gewissen kann ich das nicht! Ich wollte für meine Kinder nur das Beste machen." "Nun gut, dann müssen wir Sie festnehmen", schloss die Staatsvertreterin. "Machen Sie sich fertig, dass wir Sie mitnehmen können."

Während sie sich umzog, ließ die Polizistin sie nicht aus den Augen. Das war Frau Plett natürlich peinlich, was sie auch bemerkte; doch die Beamtin sagte: "Das muss ich so machen; Sie könnten ja sonst eine Pistole einpacken und uns alle erschießen." Wenn man so viel mit Verbrechern zu tun hat, rechnet man wohl immer mit derartig mörderischen Absichten.

Frau Plett wurde dann zuerst zur Polizeistation in Schloss Neuhaus gebracht, weil sie in diesem Ort wohnt. Dort musste sie für etwa eine halbe Stunde in einer engen, kahlen Zelle, die für Schwerverbrecher vorgesehen ist, warten, bis jemand gefunden wurde, der sie vorläufig nach Bielefeld-Brackwede bringen konnte. Dort angekommen, wurde sie gründlich untersucht, wobei sie sich sämtlicher Kleider entledigen musste (vor einer Beamtin), was ihr wiederum sehr peinlich war. Dann wurde ihre Tasche durchsucht; nur das Notwendigste, was eine Frau braucht und was nicht in der Zelle vorhanden war, durfte sie behalten, ebenso ihre Bücher. Alles andere legte man in einen Karton. Auch die Medikamente wurden ihr abgenommen. Frau Plett versicherte, dass sie unbedingt ihre Tabletten brauche, denn sie habe sehr hohen Blutdruck. Erst als sie später zum Gefängnisarzt kam und man diesem ihre Medikamente zeigte, erlaubte er ihr, sie zu behalten.

Am nächsten Morgen (Freitag) wurde Frau Plett um 8.15 Uhr in den Polizeibus gebracht, um sie nach Gelsenkirchen zur JVA zu fahren; doch man fuhr nicht den direkten Weg, sondern zuerst zu mehreren anderen Orten bzw. Gefängnissen, um überall Gefangene auszutauschen. So ging die Fahrt über Münster, Hamm, Dortmund, Bochum nach Gelsenkirchen, wo sie um 15.10 Uhr ankamen. Das kleine Abteil in dem Bus, das sehr wenig belüftet war, musste sie mit einer ständig rauchenden Gefangenen teilen. Frau Plett konnte kaum noch atmen; es wurde ihr ganz übel und sie bekam so starke Kopfschmerzen, dass ihr Kopf fast zersprang; ihr Blutdruck stieg sehr hoch. - Die Mitgefangene war noch so jung, 25 Jahre alt, und schon seit 10 Jahren drogensüchtig; weil sie ein Baby hatte und durch ihren Drogenkonsum finanziell nicht mehr in der Lage war, es zu versorgen, hatte sie gestohlen und war dafür verhaftet worden. Jetzt musste sie nach Köln gebracht werden, Frau Plett aber nach Gelsenkirchen.

Als sie dort ankam, wurde sie von einem Beamten empfangen, der nach dem Grund ihrer Inhaftierung fragte. Sie erzählte es ihm. Er fragte: "Konnte denn keiner das Bußgeld für Sie bezahlen? Haben Sie nicht 12 Kinder? Sind davon nicht schon einige berufstätig?" Sie erwiderte: "Auch wenn mir jemand das Geld schenken würde, ich will es nicht - ich kann es aus Gewissensgründen nicht bezahlen! Wir wollten doch nur unsere Kinder vor dem verderblichen Schulunterricht schützen, weil wir erkannten, dass Gott dies von uns erwartet! Das ist doch kein Verbrechen!" Der Beamte fragte: "Was haben Sie denn gegen die Schule?" Die Mutter antwortete: "Wir sind nicht gegen Schule, sondern gegen solchen Unterricht, der die Kinder in okkulte und sexuelle Praktiken einführt." "Aber sie erhalten dort doch nur eine Erklärung über dieses Gebiet." "Was die Lehrer da machen, das ist schrecklich: Sie zwingen die Kinder, den entblößten Intimbereich anzuschauen und Informationen anzuhören, für die sie überhaupt keine Reife haben; sie lernen in der Schule sexuelle Praktiken, die allein in die Ehe gehören, und die außerhalb der Ehe Unzucht und Hurerei, ja Sünde sind! Deshalb hat unser Junge gesagt, als er aus der Schule nach Hause kam, nachdem er Sexualkunde-Unterricht gehabt hatte: ‚Ich will nicht mehr leben! Es ist alles so schrecklich!' - Ich konnte nicht meine Kinder in solch einem Unterricht verderben lassen."

Danach musste Frau Plett wieder die peinliche Prozedur einer Leibesvisitation über sich ergehen lassen. Anschließend musste sie auch hier alles Mitgebrachte abgeben; nur ihre Kleider durfte sie behalten und ihre russische Bibel. Alle anderen Bücher und Zeitschriften wurden ihr abgenommen, auch ihre Tabletten. Frau Plett sagte: "Ich brauche sie dringend, wegen meines hohen Blutdrucks!" Als man ihr diesen maß, war er auf 200/100! Doch es wurde ihr gesagt, sie bekäme andere - ähnliche - Tabletten verschrieben, was dann auch geschah. Sie fragte auch, weshalb sie ihre Bücher nicht behalten dürfe; auf der Ladung habe doch gestanden, dass man welche mitbringen dürfe. Sie erhielt die Antwort: "Bei uns sind aber andere Regeln. Wir haben eine eigene Bücherei." "Und was gibt es da für Bücher? Auch christliche? Oder nur Romane?" "Ja, Romane." "Ich will aber keine Romane, sondern meine eigenen Bücher. - Na gut, ich will nicht mit Ihnen zanken."

Daraufhin wurde Frau Plett - wie es für Erzwingungshaft üblich ist - in eine Einzelzelle gebracht, worüber sie aber ganz froh war, weil sie Zigarettenrauch nicht vertragen kann; die anderen Gefangenen rauchen normalerweise. Die Zelle war sauber, nur leider - total verräuchert. Aber es war erträglich, weil keine Raucherin dabei war. Frau Plett bekam frische Bettwäsche, und kurze Zeit danach wurde das Abendbrot gebracht (um 16.30 Uhr); es gab genug Brotscheiben und Margarine, auch ein Stück Käse und eine Packung Milch.

Am Samstagmorgen erlebte Frau Plett zum 1. Mal die tägliche Freistunde, von 10-11 Uhr. Sie erzählte davon: "Als ich all diese Frauen sah, solche elenden Gestalten, - das war mir schrecklich. Der Beamte hatte mir gesagt, dass ca. 80 % von ihnen drogensüchtig seien. Fast alle waren Deutsche, manche auch aus Polen, manche dunkelhäutig. Das Durchschnittsalter war etwa 24-27, aber sie sahen so schlimm aus, wesentlich älter, als sie waren: die Gesichter, der ganze Körper, alles war von Drogen gezeichnet. Sie saßen alle zusammen und hatten nur e i n Thema: Drogen. Wenn sie mich etwas fragten - nach wenigen Minuten hatten sie die Antwort schon vergessen und fragten wieder das Gleiche. Die Gehirnzellen waren vielleicht schon teilweise abgestorben durch den Drogenkonsum." Frau Plett sagte mitleidig zu ihnen: "Seht doch mal, was die Drogen aus euch gemacht haben!" Eine Frau antwortete: "Ich wollte auch nicht drogensüchtig werden…" Frau Plett entgegnete: "Aber dazu kommt es, wenn man ohne Gott lebt."

Frau Plett erzählte mir ihre weiteren Erlebnisse: "Auf einmal kamen 3 von diesen Frauen zu mir - es waren Russlanddeutsche - und fragten mich auf Russisch, warum ich hier sei. Ich hab ihnen dann die ganze Stunde über erzählt; sie hatten auf einmal so viele Fragen, über Gott, Jesus, die Bibel, usw. Zum Schluss sagten sie: ‚Heute Nachmittag um drei Uhr ist ‚Umschluss'; d.h.: Man darf in eine andere Zelle gehen, um jemand zu besuchen; werktags ist es von 6 bis ½ 9, aber am Wochenende von 3 bis ½ 8. Du kannst dann um 3 einfach den Lichtknopf drücken, dann kommt jemand und fragt, wohin du willst, und du kannst ihm sagen: Du willst zu uns. Wir zeigen dir gleich, wenn wir hineingehen, wo unsre Zelle ist. Dann können wir noch 4- ½ Stunden lang miteinander reden.'

Und so geschah es tatsächlich. Ein Beamter brachte mich zu dieser Zelle. Die Frauen waren hier zu Viert; eine war eine Deutsche. Diese fragte mich, warum ich eingesperrt worden sei. Ich erklärte ihr, dass ich meine Kinder schützen wollte vor den schrecklichen Dingen, die heute in den Schulen geschehen: dass das Persönlichkeitsrecht und der Intimbereich der Kinder drastisch verletzt wird. Sie erhalten eine Erziehung, die unserer Glaubenserziehung direkt zuwider läuft. Das Sexualverhalten einer atheistischen Gesellschaft wird ihnen übergestülpt. Die arglosen Seelen unserer Kinder werden sexuell vergewaltigt! - Diese Frau war sehr darüber verwundert, was jetzt los ist in Deutschland, und dass ich deswegen ins Gefängnis gekommen war. Sie sagte: ‚Es ist furchtbar, was hier in der Gesellschaft vor sich geht. Mir gefällt es nicht mehr in unserem Land; auch mich hat man wegen einer Bagatelle eingesperrt -. Wenn ich wieder rauskomme, werde ich mit meiner Familie auswandern."

Die drei russlanddeutschen Frauen konnten fast kein Deutsch. So sprachen wir eben auf Russisch. Wir konnten sehr lange miteinander sprechen. Sie hatten sehr viele Fragen über geistliche Dinge, besonders Anna . Sie zählte sich zur orthodoxen Kirche, wusste aber gar nichts aus der Bibel, von Jesus, von der Erlösung, und wie man ein neues Leben beginnen kann, usw. - Ich konnte diesen Frauen sehr viel aus der Bibel erklären; ich schlug immer wieder meine Bibel auf und zeigte ihnen alles. Sie waren alle noch ungläubig. Eine von ihnen war ein wenig aggressiv; sie sagte schließlich: ‚Ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt und dass er alles geschaffen hat; ich will jetzt nicht mehr mit euch sprechen'. Sie legte sich hin und nahm ein Buch zur Hand. Aber trotzdem hörte sie während des Lesens sehr gut zu und kam schließlich wieder her zu uns. Eine Frau sagte: ‚Ich hab die Bibel schon mal ganz durchgelesen; ich wollte etwas finden, was zu mir passt, aber ich fand nichts.' Ich entgegnete: ‚Du wolltest, dass sich die Bibel an dich und dein Leben anpasst; aber Gott will, dass das Umgekehrte geschieht: Der Mensch soll sein Leben an die Bibel anpassen.' Sie erwiderte: ‚Das kann ich nicht; da dürfte ich ja nicht mehr lügen! Das schaffe ich nicht. Ohne Lügen kann ich nicht leben. - Ich will alles realistisch haben; ich glaube nur das, was ich sehe.' Ich antwortete: ‚Wenn wir die unsichtbare Welt sehen könnten, dann wäre das ja nicht Glaube. Gott aber will, dass wir Ihm glauben lernen. Jesus sagte: ‚Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!''

Am Ende des Gesprächs sagte eine Frau: ‚Das muss ich mir noch alles überlegen.' Die beiden anderen Frauen hatten großes Interesse, besonders Anna. Sie sagte: ‚Das nächste Mal komm ich zu dir; dann können wir in aller Ruhe miteinander reden.' - So kam sie dann jeden Tag zu mir, auch in der Freistunde. Ich fragte sie u.a.: ‚Glaubst du, dass wir in Sünden geboren sind?' Sie antwortete: ‚Wieso? Ich hab doch noch niemanden totgeschlagen.' Sie war sich noch nicht sicher, dass sie völlig verloren ist; doch nachdem ich ihr vieles erklärt hatte, sagte sie: ‚Jetzt verstehe ich.'

Am Mittwoch sagte der Beamte zu mir: ‚Ein Richter hat geschrieben, dass es dir verboten ist, Umschluss zu machen.' Doch in der nächsten Freistunde, am Donnerstag-Morgen, konnten wir drei wieder miteinander sprechen. Anna sagte dann zu mir: ‚Heute Abend sind andere Beamte hier tätig; dann versuchen wir es wieder. Vielleicht wissen sie nichts von dem Bescheid des Richters. Vielleicht schauen sie nicht in den Computer.' Und siehe da: Als sie abends um 6 den Lichtknopf drückte und sagte: ‚Ich möchte in die Zelle Nr. 321', wurde sie wieder zu mir gebracht. Sie freute sich so sehr darüber, dass wir uns wieder unterhalten konnten! - So pflegten wir es auch am Freitagabend zu tun. An diesem Abend sagte sie: ‚Wie schade ist es, dass du morgen schon wieder nach Hause gehst; ich habe noch so viele Fragen.'

Anna zeigte mir dann noch ein Buch, das sie in einem Regal auf dem Flur gefunden hatte; es handelte von einer judenchristlichen Familie; zusätzlich wurden darin alle möglichen Fragen über geistliche Dinge sehr schön beantwortet, auch über Bekehrung und Wiedergeburt, über die Bedeutung des Blutes Jesu, die Bedeutung der alttestamentlichen Opfervorschriften, usw., - wirklich sehr gut! Es war aus dem Englischen ins Russische übersetzt worden. Anhand dieses Buches erklärte ich Anna, dass Jesus nicht nur für die Juden, sondern für alle Menschen gekommen ist, und wies sie auf Joh. 3,16 und viele andere Stellen hin. Ich bemerkte: ‚Es ist ein Wunder, wie Gott das geführt hat, dass dieses gute Buch hier ins Gefängnis gelangte und gerade du, die du so suchend bist, es finden durftest!' - Ich sagte ihr noch: ‚Weißt du, Gott macht gar keine Fehler; es muss alles, was Er zulässt, gut für uns sein, wenn wir es auch nicht verstehen. Irgendwann werden wir sehen, dass es doch gut war. Auch dies, dass ich ins Gefängnis gekommen bin. Er hat es so geführt, dass ich ins Gefängnis kam, - damit ich euch hier treffen konnte.'

Am Samstagmorgen um 7 Uhr öffnete ein Beamter die Zellentür und sagte: ‚Frau Plett, packen Sie alles zusammen! Sie werden gleich herausgeführt!' Ich war schon fertig mit allem. Nach 5-10 Minuten kam er wieder und sagte: ‚Jetzt kommen Sie mit.' Die Wärterinnen schauten alle meine Sachen nochmal durch, um zu sehen, ob ich alles zurückgegeben hatte, was zum Gefängnis gehört. Ich musste mich auch wieder der peinlichen Leibesvisitation unterziehen, weil man wissen wollte, ob etwas von den Gefangenen irgendwo versteckt sei (ein Brief z.B. - denn das ist auch nicht erlaubt).

Hernach wurden mir 2 Briefe überreicht, die schon am 5. Tag eingegangen waren, also am 12. September. Der eine Brief war per Fax gekommen: von einem katholischen Priester, der mir schrieb, dass er sich in einem Forum, in dem über meine Verhaftung diskutiert wurde, für unser Anliegen eingesetzt habe; er habe den Diskutanten erklärt, dass die Schüler im heutigen Schulunterricht nach Strich und Faden vergiftet werden. Er hatte ihn auch als so schrecklich und schamzerstörend erlebt. Manchmal war er aus der Schule weggelaufen, weil er es nicht mehr aushalten konnte - er merkte, dass hier seine Seele vergiftet wird. Er schrieb von dem ‚absolut kranken Schulsystem', das geradezu eine ‚Verblödungsinstitution' sei und ein Symp-tom unserer absolut kranken Gesellschaft. Öfters nahm er sich als Kind ein Buch mit in die Schule, um sich gegen die 'Giftattacken' abzuschotten und etwas Vernünftiges lernen zu können. Die Lehrer empfand er als Leute, die ihm sein Leben zerstören wollten, z.B. durch sexualistische Biologie und Rock-Musik, usw. - Ich konnte mir denken, weshalb man mir diese Briefe erst jetzt auslieferte.

Doch ich hatte zu meiner großen Freude im Laufe meiner Haftzeit jeden Tag viele Briefe und Karten bekommen; an einem Tag waren es 20, am andern 19, insgesamt 62 Briefe! Einer war sogar aus Frankreich! - Ich war über diese ganze Post so glücklich und möchte mich auf diesem Weg herzlich dafür bedanken, besonders für alle Gebete! -

Doch zurück zu meiner Entlassung: Ich wurde nun zum Ausgang gebracht. Dort saß noch eine Gefangene, die auch entlassen werden sollte. Während ich dort verweilte, sah ich auf einmal, wie ein Auto nach dem andern vorfuhr, viele Autos, aus denen unsere Glaubensgeschwister stiegen: Brüder, Schwestern, Jugendliche und Kinder, alle zusammen ca. 60 Personen! Sie waren von mehreren Orten gekommen: von Paderborn, Schloss Holte, Borchen, usw. Am liebsten wäre ich sofort zu ihnen hinausgerannt. - Die bei mir wartende Mitgefangene fragte: ‚Wer ist das? Kommen die alle, um dich abzuholen?' Ich antwortete: ‚Ja! Das sind alles meine Glaubensgeschwister!' ‚Was? Was ist das?' Ich erklärte es ihr, auch den Grund meines Gefängnisaufenthaltes. Sie entgegnete: ‚Das ist aber schlimm, dass du deshalb ins Gefängnis gekommen bist, weil du deine Kinder schützen wolltest!' Während wir noch da saßen, begannen die Geschwister draußen zu singen. Es dauerte noch einige Minuten, bis ich hinausgehen konnte. Die Geschwister begrüßten mich herzlich, und wir verweilten etwa eine Stunde lang vorm Gefängnis; wir sangen, unterhielten uns und beteten miteinander.

Anschließend fuhren mehrere noch mit zu uns nach Hause, wo wir noch weiter Gemeinschaft miteinander hatten. - Es ist wunderbar, wenn man weiß, dass andere Geschwister mit uns eins sind, mit uns gemeinsam die Nöte und Lasten vor den Herrn bringen und für uns beten, auch dafür, wie es weitergehen soll - mit der Schulgründung, und solange diese noch gebremst wird, mit der weiteren Unterrichtung unserer Kinder in Österreich bzw. (die anderen 5 Familien) in Heidelberg. - Ich möchte alle, die uns darin im Gebet unterstützen, herzlich grüßen. Der treue Gott möge alle segnen für ihre Liebe und ihr freundliches Gedenken!"

Bis dahin der Bericht von der lieben Frau Plett. Hiermit grüßen auch wir herzlich


Schulunterricht zu Hause e.V.:


i.A.: Christa Widmer


PS: Als nächstes wird wahrscheinlich Herr Waldemar Block inhaftiert werden. Die Polizei stand schon vorigen Dienstag vor seiner Tür; er konnte aber nicht öffnen, weil er gerade am Duschen war. Sein Nachbar sagte ihm später, dass es die Polizei gewesen ist.

Frankfurt, den 21.09.2006

Charly  02.03.2015