Pressemitteilung

 Lieber Karl,

der staatliche Gegenwind, den Familien verspüren, die sich einer permissiven, post-demokratischen Erziehungskultur an öffentlichen Schulen verweigern, hat sich verschärft. Der Grund dafür ist nicht zuletzt in einem geringen Medieninteresse an "den paar Familien" zu suchen, die es durch ihren zwar engagierten, aber eben "ungesetzlichen" Haus-unterricht wagen, der Staatsmacht die Stirn zu bieten.
Daß es sich beim Thema "home schooling" um sehr viel mehr als um das abwegige Sonderinteresse einer Handvoll angeblich "religiöser Sektierer" oder weltfremder Idealis-ten handelt, beweist der erbitterte Widerstand gegen diese Bildungsalternative. Die viel-zitierte, unter allen Umständen zu vermeidende "Parallelgesellschaft" ist längst eine real existierende - nur nicht dort, wo Kinder zu Hause unterrichtet werden! Und deren Wur-zeln und Ziele haben mit dem, was einzelne, zumeist christlich inspirierte Eltern aus akuter Gewissensnot und zum Wohle ihrer Kinder auf sich nehmen, überhaupt nichts zu tun.
Leider vermochten es bislang nur sehr wenige Journalisten, das Thema Hausunter-richt vor dem Hintergrund einer immer aggressiver werdenden staatlichen Bevormundung - bei gleichzeitigem Gesinnungsdruck durch eine gesellschaftsweite Werteentfremdung - zu bearbeiten.
Dennoch wollen einige hundert, im ganzen Land verstreute Familien es nicht auf-geben, getreu Wertvorstellungen und Verhaltensnormen zu leben, denen offensichtlich der Kampf angesagt worden ist. Jüngstes Beispiel ist eine Familie aus Bayern, die ver-gangene Woche eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht hat. Deren Wort-laut in Auszügen können Sie auf unserer Netzseite unter 
www.schuzh.de einsehen. Aus Personenschutzgründen haben wir die Klage anonymisiert.
Unsere Pressemitteilung informiert Sie über deren nähere Umstände und ordnet sie ihrem grundgesetzrelevanten Kontext zu.
Eine objektive, der Wahrheit verpflichtete Medienberichterstattung ist das, was dem Anliegen dieser Familie - und mit ihr hunderten anderen in unserem Land - am ehesten gerecht werden würde. Denn es geht hier auch darum, ob die Bundesrepublik noch das freiheitlich-demokratisch verfaßte Gemeinwesen ist, als das sie begonnen hat - und ob Minderheiten, die fraglos positive ethische Normen und Prinzipien vertreten, hier noch einen Platz haben oder nicht.


Mit freundlichem Gruß

Schulunterricht zu Hause e.V. (SchuzH e.V.)
A. Eckermann, 1. Vorsitzender

i.A. Christa Widmer, Mitarbeiterin von SchuzH
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Christa Widmer
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2007-09-24 Presseerklärung - Deutsche ... en Grund - und Menschenrechte - Ef.doc
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Schulunterricht zu Hause e.V.

Verein zur Verwirklichung des grundgesetzlich garantierten Erziehungsrechts der Eltern

Buchwaldstraße 16

63303 Dreieich

Telefon: 06103 / 8024969

Datum: 24.09.2007

Sehr geehrte Damen und Herren,

der staatliche Gegenwind, den Familien verspüren, die sich einer permissiven, post- demokratischen Erziehungskultur an öffentlichen Schulen verweigern, hat sich verschärft.

Der Grund dafür ist nicht zuletzt in einem geringen Medieninteresse an „den paar Famili- en“ zu suchen, die es durch ihren zwar engagierten, aber eben „ungesetzlichen“ Haus- unterricht wagen, der Staatsmacht die Stirn zu bieten.

Daß es sich beim Thema „home schooling“ um sehr viel mehr als um das abwegige

Son-derinteresse einer Handvoll angeblich „religiöser Sektierer“ oder weltfremder Idealis- ten handelt, beweist der erbitterte Widerstand gegen diese Bildungsalternative. Die viel- zitierte, unter allen Umständen zu vermeidende „Parallelgesellschaft“ ist längst eine real

exis-tierende – nur nicht dort, wo Kinder zu Hause unterrichtet werden! Und deren Wur- zeln und Ziele haben mit dem, was einzelne, zumeist christlich inspirierte Eltern aus akuter

Gewissensnot und zum Wohle ihrer Kinder auf sich nehmen, überhaupt nichts zu tun.

Leider vermochten es bislang nur sehr wenige Journalisten, das Thema Hausunter- richt vor dem Hintergrund einer immer aggressiver werdenden staatlichen Bevormundung

– bei gleichzeitigem Gesinnungsdruck durch eine gesellschaftsweite Werteentfremdung –

zu bearbeiten.

Dennoch wollen einige hundert, im ganzen Land verstreute Familien es nicht auf- geben, getreu Wertvorstellungen und Verhaltensnormen zu leben, denen offensichtlich

der Kampf angesagt worden ist. Jüngstes Beispiel ist eine Familie aus Bayern, die ver- gange-ne Woche eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht hat. Deren Wort- laut in Auszügen können Sie auf unserer Netzseite unter 
www.schuzh.de einsehen. Aus

Perso-nenschutzgründen haben wir die Klage anonymisiert.

Unsere Pressemitteilung informiert Sie über deren nähere Umstände und ordnet sie

ihrem grundgesetzrelevanten Kontext zu.

Eine objektive, der Wahrheit verpflichtete Medienberichterstattung ist das, was dem

Anlie-gen dieser Familie – und mit ihr hunderten anderen in unserem Land – am ehesten

ge-recht werden würde. Denn es geht hier auch darum, ob die Bundesrepublik noch das

frei-heitlich-demokratisch verfaßte Gemeinwesen ist, als das sie begonnen hat – und ob

Min-derheiten, die fraglos positive ethische Normen und Prinzipien vertreten, hier noch

einen Platz haben oder nicht.

Mit freundlichem Gruß

Schulunterricht zu Hause e.V.

A. Eckermann, 1. Vorsitzender
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Pressemitteilung vom 24. September 2007

(bitte senden Sie uns Ihr Belegexemplar)

Deutsche Gerichte demontieren

Grund- und Menschen-rechte

Eltern klagen beim Bundesverfassungsgericht gegen die Enteignung ihrer

Erziehungs-rechte

Vor mehreren Monaten beklagte Konrad Adam in "Die Welt", der Staat schicke sich an, den El- tern das zuvörderst ihnen zustehende „Erziehungsgeschäft abzunehmen". Sein ernüchterndes

Fazit: „Der Staat hat die Eltern entrechtet". Funktionieren tut so etwas aber nur mit einer willfähri- gen Justiz, die deutlich ideologischen Vorgaben folgt.

Um einen Schulunterricht für ihr Grundschulkind zu gewährleisten, der nicht ständig ihrer häusli- chen Erziehung zuwiderläuft und gegen das Neutralitätsgebot verstößt, haben Eltern jetzt das

höchste deutsche Gericht angerufen. Es sei verfassungswidrig, beim Konflikt mit der Schulbehör- de den "staatlichen Erziehungsauftrag" dem vorzuziehen, was die betroffenen Eltern als gut und

richtig in der Kindererziehung ansehen. In ihren Augen erzieht die öffentliche Schule "ideolo- gisch-emanzipatorisch im Sinne der neomarxistischen Gesellschaftslehre", was für die Familie

nicht in Frage kommt. Alle Versuche, zu einem Ausgleich hierüber zu gelangen, waren geschei- tert. Das letzte Wort hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, der den staatlichen Eingriff in

die Erziehung der Eltern kurzerhand für rechtens erklärte: Schule - so die Münchener Richter -

dürfe gegen das erziehen, was zu Hause gilt - auch dann, wenn dort nachweislich hochstehende

ethische Prinzipien und Verhaltensformen vermittelt werden.

Dieses Urteil können die Eltern nicht hinnehmen. Ihnen ist klar: Das Kindeswohl wird mit Füßen

getreten, wenn der Staat sie zwingt, ihr Kind einer schulischen Erziehung auszusetzen, die das

Gegenteil der Familienerziehung bezweckt. Ihr elterliches Gewissen verbietet es ihnen, dem Staat

einen solchen Freibrief zu erteilen. Auch wollen sie den zu erwartenden Schaden durch eine

widersprüchliche Erziehung nicht in Kauf nehmen, nur weil der Staat das so anordnet - und dabei

grundlegende Rechte außen vor läßt.

Die 24seitige Beschwerdeschrift weist nach, daß Schulbehörden und Gerichte danach strebten,

den Sozialisationseinfluß des Elternhauses durch den des Staates zurückzudrängen. Diese Ein- flußumkehrung auf Kosten und gegen den erklärten Willen der Eltern sei nicht vom Grundgesetz

gedeckt. Die nachteiligen Auswirkungen einer Zwangs-Sozialisation, die familienfeindlichen und

ideologischen Vorgaben folge, sei an den Staatsschulen unverkennbar.
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Belegt werden diese Vorwürfe mit konkreten Beispielen. Demnach beanspruche der Staat nicht

deshalb die Erziehung der Kinder für sich, weil er meine, er könne sie besser erziehen als die

Mehrheit der Eltern. Vielmehr gehe es ihm darum, die Kinder „für gesellschaftsverändernde Zwe- cke ideologisch zu instrumentalisieren". Die Geistesrichtung der Staatsschule sei "gegen die el- terliche Autorität und Freiheit" und sei dem Ziel verpflichtet, "die Kinder von sämtlichen, das Gewis- sen bindende Normen und Werten zu befreien". Auf diese Weise solle ein "neuer Mensch" und

eine "neue Gesellschaft" geschaffen werden.

Doch trotz der massiven Bedenken gegen den Mißbrauch ihres Kindes für gesellschaftliche Be- lange, untersagten die Gerichte Bildungsalternativen zur verfaßten Schule. Daß die Eltern für

einen mindestens gleichwertigen Ersatzunterricht für ihre Tochter sorgten, war belanglos; eine

sachliche Überprüfung des konkreten Schulfalles fand nie statt. Dabei ließen sich die bayeri- schen Beamten durch zwei nicht bindende Karlsruher Beschlüsse den Rücken stärken. Im Kern

argumentieren sie jedoch außerhalb des Grundgesetzes: Anstatt die konkreten Eingriffe in das

Elternrecht an Gesetz und Recht zu überprüfen, rechtfertigen sie diese leichtfüßig mit dem Inter- esse der Allgemeinheit.

Für die Betroffenen steht fest: Es sind handfeste politische Motive, weswegen deutsche Richter

grundlegende Abwehrrechte des Bürgers aufheben, auch wenn es sich dabei um unveräußerli- che Menschenrechte handelt. Denn dadurch solle verhindert werden, daß der Protest gegen die

ideologische Staatserziehung und allseits bekannten Mißstände an den Schulen Raum gewinnt.

Aus dem gleichen Grund werde jeglichem Unterricht außerhalb anerkannter Schulmauern eine

Absage erteilt. Denn dadurch würden einzelne sich einer staatlich verordneten "Sozialisation" ent- ziehen, die die Voraussetzung für einen umfassenden Herrschaftsanspruch ist.

Noch hoffen die Betroffenen, das Bundesverfassungsgericht werde nicht länger eine grund- gesetzwidrige Praxis decken, wonach ihnen, und mit ihnen hunderten anderen Eltern in unserem

Lande, die zweifelhaften Segnungen einer Staatsschule aufgezwungen werden – auch gegen das

Kindeswohl und das elterliche Erziehungsrecht.

Schulunterricht zu Hause e.V., Dreieich
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2007-09-24 Presseerklärung - Deutsche Gerichte demontieren Grund - und Menschenrechte - Ef.doc wird angezeigt.

Charly  21.12.2014