Sechs Wochen Erzwingungshaft

Lieber Karl,

am 03.02.2011 kam Frau I. W., Mutter von 12 Kindern, für 43 Tage, also 6 Wochen, in Erzwingungshaft (Justizvollzugsanstalt in Gelsenkirchen), weil sie und ihr Ehemann drei ihrer Kinder aus Glaubens- und Gewissensgründen an der staatlichen Sexualerziehung nicht haben teilnehmen lassen, da diese ihre christliche Glaubenserziehung unterläuft.

Die Eltern W. haben sich der Schule gegenüber u. a. auf ihr Eltern- und Menschenrecht berufen, wonach die Schule verpflichtet ist, die Glaubenserziehung der Eltern im Unterricht sicherzustellen (Art. 2 des 1. Zusatzprotokolls zur Europäischen Menschenrechtskonvention). Art. 2 lautet:

"Der Staat hat bei der Ausübung der von ihm auf dem Gebiet der Erziehung und des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten, die Erziehung und den Unterricht entsprechend ihren eigenen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sicherzustellen."

Die Liborius-Schule ignoriert dieses Elternrecht seit 2005, um die staatliche antichristliche Sexualerziehung allen Grundschülern gegenüber durchzusetzen. Christliche Eltern kommen deswegen immer wieder in Konflikt mit der Liborius-Schule, weil sie ihre Glaubenserziehung nicht zu Gunsten der staatlichen emanzipatorischen Erziehung aufgeben können. Die Gerichte unterstützen diese Mißachtung des elterlichen Erziehungsrechts, so daß man den Eindruck hat, daß es sich hier um eine konzertierte Aktion von Schule und Gerichten handelt, um das elterliche Erziehungsrecht ganz aus der Schule auszugrenzen. (Weitere Ausführungen können nachgelesen werden im Anhang: Schuzh-Kurzinfo: Erklärung zu Erzwingungshaft.)


Eine andere Mutter von 9 Kindern - das älteste ist 14 Jahre, das jüngste erst 10 Monate - steht jetzt auch zur Erzwingungshaft für 21 Tage an, wie vordem ihr Mann, weil auch sie aus den gleichen Glaubens- und Gewissensgründen auf der Beachtung ihres elterlichen Erziehungsrechtes besteht.


Es wäre gut, wenn möglichst viele Menschen die für 6 Wochen inhaftierte Mutter, I. W., durch Briefe, Karten, Kleinschriften usw. ermutigen würden. Es ist für sie nicht leicht, so lange von ihren 12 Kindern und ihrem Ehemann getrennt zu sein.

Die Gefängnisadresse ist wie folgt:

JVA Gelsenkirchen
Frau I. W.
Aldenhofstr. 99
45883 Gelsenkirchen


Herzliche Grüße
Christa Widmer
(Mitarbeiterin von SchuzH e.V.)


PS: Bei evt. Weiterleitungen per Internet bitte die Namen unkenntlich machen! Die Betroffene möchte nicht ihren Namen im Internet haben.

Charly  18.08.2015