Ziele staatlicher Erziehung

Lieber Karl,

im Anhang ist eine erschreckend entlarvende Abhandlung von G. Kuby-Stein über die von den meisten nicht erkannten Ziele heutiger staatlicher Erziehung: "Gender-Mainstreaming". Es ist höchste Zeit, dass Eltern sich dafür interessieren, was man mit ihren Kindern in den öffentlichen Erziehungseinrichtungen (Kindergarten, Schule) macht. In Spr. 24,12 heißt es:

"...WENN DU SAGEN WOLLTEST: 'SIEHE; WIR HABEN DAS NICHT GEWUSST!' - WIRD NICHT DER, WELCHER DIE HERZEN PRÜFT, ES ERKENNEN, UND DER AUF DEINE SEELE ACHTHAT, ES WAHRNEHMEN UND DEM MENSCHEN VERGELTEN NACH SEINEM TUN?"

Alle Eltern haben vor Gott die Verantwortung, zu prüfen, wem sie ihre Kinder ausliefern - und ob diese Person(en) womöglich ihre (elterliche) Erziehung unterläuft mit einer gegenteiligen Erziehung, die die Kinder auf den Weg des Verderbens bringt. Wer Gott mehr fürchtet als die Menschen, wird dies niemals zulassen.


In tiefer Sorge um die Kinder - und mit weinendem Herzen um sie - grüßt
Bereich mit Anhängen

Erziehung

Wer schützt die Seelen unserer Kinder?

Dieter Stein

Wer den Aufsatz "Auf dem Weg zum neuen Menschen" von Gabriele Kuby in dieser

Ausgabe (Seite 18) gelesen hat, reagiert vielleicht wie ich: mit einer Mischung aus

Fassungslosigkeit und Wut. Frau Kuby zitiert in ihrem Beitrag reihenweise aus

Broschüren, die das Bundesfamilienministerium, die Bundeszentrale zur

gesundheitlichen Aufklärung (BZgA) oder Kultusministerien für Schulen,

Kindergärten und Eltern produzieren. Sie sollen der "sexuellen Aufklärung" ab dem

ersten (!) Lebensjahr und der Durchsetzung der Ziele des sogenannten "Gender

Mainstreaming" dienen. Ein Abgrund öffnet sich vor unseren Augen.

Da sollen in Berlin Neuntkläßler aufgrund einer aktuellen Empfehlung des

Schulsenators in Rollenspielen üben, wie es ist, als Homosexueller in einer

Schwulenbar einen "hübschen Mann" rumzukriegen: "Ein Neuer betritt den Raum,

den du eigentlich ganz schnuckelig findest. (Wie) ergreifst Du Deine Chance?" Die

dem Bundesgesundheitsministerium unterstellte BZgA, eine Bundesbehörde, gibt

einen "Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung vom 1. bis 3. Lebensjahr"

heraus, der Eltern und Verwandte von Kleinkindern zu sexuellen Handlungen

ermuntert.

Offenbar können gar nicht früh genug die Türen zu den intimsten Bereichen der

Kinderseele eingetreten werden. Die Sexualisierung der Gesellschaft schreitet

unerbittlich voran. Das ideologische Programm zur Einebnung der

Geschlechterunterschiede im Zeichen des "Gender Mainstreaming" wird rücksichtslos

und mit Milliardenaufwand durchgedrückt.

Unter "Sexualerziehung" verstehen die Behörden eines Volkes, das dem

demographischen Tod entgegentreibt, ausschließlich die Aufklärung über sexuelle

Orientierung, sexuelle Praktiken und Empfängnisverhütung. Es findet keine

grundsätzliche Problematisierung der immer früher stattfindenden sexuellen

Betätigung und keine positive Vorbereitung auf die Elternschaft statt. Statt dessen

wird Sexualität propagiert als das große Los zu Spaß und Selbstverwirklichung. In

der Hierarchie der Werte erhält Sexualität den ersten Platz zugewiesen.

(Homo-)Sexualisierung und Gender-Ideologie sind als zivilreligiöse

Herausforderungen unserer Kultur auf den Plan getreten, die Kritiker in totalitärer

Weise mit Kampagnen mundtot machen. Die CDU/CSU fällt als Gegenlager in diesem

Kulturkampf bereits aus. Früher vorhandene Widerstände wurden erfolgreich

aufgerieben, jetzt sind die "bürgerlichen" Parteien selbst willfährige Träger der

Gesellschaftsveränderung.

Mein Sohn wird nächstes Jahr eingeschult. Welcher "Erziehungsanstalt" kann man

seine Kinder überhaupt reinen Gewissens ausliefern? Wann werden sie der ersten

Gehirnwäsche des social engineering ausgesetzt sein? Warum geht niemand auf die

Barrikaden?

Die Kirchen, vor allem die evangelische, ziehen feige den Kopf ein. Wie

nachvollziehbar erscheint es da, daß der Islam in den Einwanderermilieus auf dem

Vormarsch ist. Warum sollten türkische und arabische Eltern zusehen, wie sich ihre

Kinder in eine Kultur des Verfalls integrieren? Da ist der Islam ein Haltepunkt,

Zeichen der kulturellen und religiösen Selbstbehauptung.

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© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. 
http://www.jungefreiheit.de 27/07 29. Juni 2007

Auf dem Weg zum neuen Menschen

von Gabriele Kuby

Wer die Krippen-Diskussion der letzten Monate verfolgt hat, der weiß mittlerweile,

daß Gehirnforschung, Bindungsforschung, psychologische Forschung, medizinische

Forschung und schlechte Erfahrungen mit den Großexperimenten in

kommunistischen Ländern dafür sprechen, daß ein Kind am besten gedeiht, wenn es

in den ersten drei Jahren in der Obhut der eigenen Mutter ist.

Wird das Kind vorzeitig von der Mutter getrennt, entstehen mitunter langfristige

Bindungsschäden, die negative Auswirkungen auf die seelische Gesundheit, das

Sozialverhalten und die Leistungsfähigkeit des Kindes haben können. Das ist nicht

erstaunlich, denn das Kleinkind muß in den ersten drei Jahren bereits zwei

Trennungen durchleiden: zuerst von der Mutter und dann von der Ersatzperson, an

die es sich im "günstigen" Fall gebunden hat.

Warum verschließt sich die Bundesregierung den wissenschaftlichen Erkenntnissen

und betreibt mit aller Macht die Verstaatlichung der Erziehung? Mit dem massiven

Ausbau der Kinderkrippen greift der Staat nun nach den Kleinstkindern: mit einem

Jahr in die Krippe, dann in den Kindergarten, von dort in die Ganztagsschule.

Schaut man sich auf der Internetseite des Familienministeriums unter den Begriffen

"Gleichstellung", "Gender Mainstreaming", "Genderkompetenz-Zentrum" um, so

entdeckt man unter scheinbar leeren Phrasen des Rätsels Lösung: "Leitprinzip und

Querschnittsaufgabe der Politik" ist keineswegs die Förderung der Familie und der

Kampf gegen die wachsende materielle, physische und psychische Not der Kinder

und Jugendlichen, sondern "Gender Mainstreaming". Die Geschlechtsdifferenzierung

von Mann und Frau und die Heterosexualität als Norm soll aufgehoben werden.

Lesbische, schwule, bisexuelle und transsexuelle Lebensweisen sollen der Sexualität

zwischen Mann und Frau gleichwertig sein.

Diese neue Ideologie wird durch virtuose Beherrschung des politischen Apparats in

gesellschaftliche Wirklichkeit verwandelt, ohne daß es darüber je eine öffentliche

Debatte gegeben hätte. Auch den meisten politisch interessierten Zeitgenossen ist

nicht einmal der Begriff "gender" bekannt. Schaltstelle ist die "Interministerielle

Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming" (IMA GM), die dem

Bundesfamilienministerium untersteht.

Dort werden die Strategien erarbeitet, wie über "Gesetzesfolgenabschätzung" und

"Implementierung in die Arbeit der Bundesregierung", durch "Gender Budgeting",

das heißt die Umlenkung von Staatsfinanzen, der geschlechtsvariable Mensch

geschaffen wird. "Wissenschaftliche" Zuarbeit und Beratungstätigkeit für den Umbau

der Gesellschaft leistet das "Genderkompetenz-Zentrum" an der Humboldt- Universität, welches mit Drittmitteln vom Familienministerium finanziert wird.

Mit der Verstaatlichung der Erziehung nun auch der Kleinstkinder erfüllt die

sogenannte Familienministerin einer sogenannten christlich-demokratischen Partei

die feministische Agenda, die die Kommunistin Simone de Beauvoir in der Mitte des

letzten Jahrhunderts so formulierte: "Wenn heute die Frau meist nur mühsam den

Beruf, der sie stundenlang vom Heim fernhält und ihr alle Kräfte nimmt, mit den

Interessen ihrer Kinder vereint, liegt das daran, daß ... sich niemand darum

gekümmert hat, die Pflege, die Aufsicht und Erziehung der Kinder außerhalb des
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Hauses zu sichern. Hier liegt eine soziale Lücke vor. Es ist ein Trugschluß, wenn man

diese Lücke mit der Behauptung rechtfertigt, es stehe im Himmel geschrieben oder

es sei ein Grundgesetz der Erde, daß Mutter und Kind einander ausschließlich

zugehörten. Dieses gegenseitige Zueinandergehören stellt in Wirklichkeit nur eine

doppelte, verhängnisvolle Unterdrückung dar."

Die Genderministerin Ursula von der Leyen rechtfertigt den flächendeckenden

Ausbau der Kinderkrippen damit, daß "professionelle" Betreuung der Kleinstkinder

besser sei als das Aufwachsen in der natürlichen Obhut der Mutter. Gewiß gibt es

Mütter und Väter, die nicht fähig sind, ihre Aufgabe verantwortlich zu erfüllen. Ihr

Anteil wird auf fünf Prozent geschätzt. Es sollen aber für 60 Prozent der Kinder

Krippenplätze geschaffen werden (daß es nur ein Drittel sei, ist von vielen Seiten

widerlegt). Die "Professionalität" der Betreuerinnen wird stillschweigend als Garant

für "gute" Kindererziehung ausgegeben. Aber was sind die Ziele der staatlichen

Erziehung in Krippen und Kindergärten? Es gibt keine "neutrale" Erziehung, deren

Güte durch die Qualifikation der Erzieherinnen sichergestellt wäre. Immer werden

"Werte" vermittelt. Doch welche Werte sind das?

Auf der Internetseite des Familienministeriums ist zu lesen: "Die Verbesserung der

Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer ist heute das zentrale

gleichstellungspolitische Anliegen: Ohne eine Aufhebung der geschlechtsspezifischen

Verantwortlichkeiten in Familie und Beruf und ohne das Bereitstellen der hierfür

erforderlichen Rahmenbedingungen ist Gleichstellung nicht durchsetzbar." Und:

"Gender bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten

Geschlechtsrollen von Frauen und Männern. Diese sind - anders als das biologische

Geschlecht - erlernt und damit auch veränderbar. Mainstreaming bedeutet, daß eine

bestimmte inhaltliche Vorgabe, die bisher nicht das Handeln bestimmt hat, nun zu

einem wichtigen Bestandteil bei allen Vorhaben gemacht wird."

Es geht um social engineering, um die Schaffung des neuen, geschlechtsvariablen

Menschen. Um das zu erreichen, muß sich der Staat der Kinder bemächtigen und sie

so früh wie möglich sexualisieren. Das besorgt die Bundeszentrale für

gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Abteilung für Sexualaufklärung untersteht

dem Familienministerium, alles übrige dem Gesundheitsministerium. Die BZgA

verteilt ihre Schriften kostenlos an Eltern, Lehrer, Erzieher, an Schulen und Schüler.

Jeder kann sie kostenlos über die Internetseite bestellen und dort auch einsehen.

Hier einige Beispiele:

Der "Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualerziehung vom 1. bis zum 3.

Lebensjahr" fordert Mütter und Väter dazu auf, "das Notwendige mit dem

Angenehmen zu verbinden, indem das Kind beim Saubermachen gekitzelt,

gestreichelt, liebkost, an den verschiedensten Stellen geküßt wird". (S. 16) "Scheide

und vor allem Klitoris erfahren kaum Beachtung durch Benennung und zärtliche

Berührung (weder seitens des Vaters noch der Mutter) und erschweren es damit für

das Mädchen, Stolz auf seine Geschlechtlichkeit zu entwickeln." (S. 27) Kindliche

Erkundungen der Genitalien Erwachsener können "manchmal Erregungsgefühle bei

den Erwachsenen auslösen". (S. 27) "Es ist ein Zeichen der gesunden Entwicklung

Ihres Kindes, wenn es die Möglichkeit, sich selbst Lust und Befriedigung zu

verschaffen, ausgiebig nutzt." (S. 25) Wenn Mädchen (1 bis 3 Jahre!) "dabei eher

Gegenstände zur Hilfe nehmen", dann soll man das nicht "als Vorwand benutzen, um

die Masturbation zu verhindern". (S. 25) Der Ratgeber fände es "erfreulich, wenn

auch Väter, Großmütter, Onkel oder Kinderfrauen einen Blick in diese

Informationsschrift werfen würden und sich anregen ließen - fühlen Sie sich bitte alle

angesprochen!" (S. 13)

Weiter geht's im Kindergarten. Mit dem Lieder- und Notenheft "Nase, Bauch und Po"

singen Kinder Lieder wie diese: "Wenn ich meinen Körper anschau' und berühr',

entdeck' ich immer mal, was alles an mir eigen ist ... wir haben eine Scheide, denn
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wir sind ja Mädchen. Sie ist hier unterm Bauch, zwischen meinen Beinen. Sie ist

nicht nur zum Pullern da, und wenn ich sie berühr', ja ja, dann kribbelt sie ganz fein.

'Nein' kannst du sagen, 'Ja' kannst du sagen, 'Halt' kannst du sagen, oder 'Noch mal

genauso', 'Das mag ich nicht', 'Das gefällt mir gut.', 'Oho, mach weiter so.'"

Vom Kindergarten in die Schule. Wenn die Pornographie noch nicht zu Hause zur

Familienunterhaltung gehört, dann zeigen sich die Kinder entsprechende Videoclips

auf dem Handy. Mit 9 Jahren beginnt der Verhütungsunterricht, genannt

Sexualkunde, weil sie nun ins Alter kommen, wo die niedlichen Kinderspiele eine

höchst unerwünschte Folge haben können: Schwangerschaft. Neunjährige Kinder

üben in der Schule, Kondome über Plastikpenisse zu ziehen, um sich so für den

"Kondomführerschein" zu qualifizieren.

In der Broschüre "Mädchen-Sache(n)" heißt es: "So wie die meisten Menschen beim

Thema Sex neugierig sind, fragen sich viele auch, was lesbische Frauen im Bett

(oder sonstwo ...) machen. Bei Mädchen, die mit Mädchen zusammen sind, ist es

nicht anders als bei anderen Paaren auch: Sie machen alles, worauf sie Lust haben.

Das kann Küssen oder Streicheln sein, mit dem Mund, der Zunge oder den Fingern.

Wie beim Sex zwischen Mann und Frau hängt es von der Fantasie, den Erfahrungen

und dem gegenseitigen Vertrauen ab, wie weit beide gehen möchten. 'Wenigstens

haben Lesben keine Probleme mit Aids' mögen manche denken. Klar, sie müssen,

wenn sie nur mit Frauen zusammen sind, nicht an Schwangerschaftsverhütung

denken."

Ab zehn Jahren setzen in den Schulen die Werbe- und Schulungsmaßnahmen zur

Homosexualität (genauer: lesbisch, schwul, bi und trans) ein, noch nicht überall so

kraß wie in Berlin, Hamburg und München, aber mit einheitlicher Tendenz. Eine

198seitige "Handreichung für weiterführende Schulen" des Senats von Berlin zum

Thema "Lesbische und schwule Lebensweisen" bietet eine ausgefeilte Anleitung zur

Homosexualisierung der Schüler, auszuführen in "Biologie, Deutsch, Englisch, Ethik,

Geschichte/Sozialkunde, Latein, Psychologie". Infomaterial, Vernetzung mit der

örtlichen Homoszene, Einladung an "Vertreter/innen" von Lesben- und

Schwulenprojekten in den Unterricht, Filmveranstaltungen und Studientage zum

Thema sollen angeboten und durchgeführt werden. Für Rollenspiele im Unterricht

gibt es folgende Anregungen:

"Du sitzt an der Theke einer Schwulenbar und könntest heute eigentlich einen

hübschen Mann in deinem Bett gebrauchen. Ein Neuer betritt den Raum, den du

eigentlich ganz schnucklig findest. Wie ergreifst du deine Chance?

Du bist Peter, 29 Jahre. Du willst mit deinem Freund Kemal eine eingetragene

Lebenspartnerschaft eingehen. Heute wollt ihr es seiner Mutter erzählen.

Du bist Evelyn Meier, 19 Jahre. Du willst mit deiner Freundin Katrin eine

Eingetragene Lebenspartnerschaft schließen. Heute geht ihr zu der evangelischen

Pfarrerin, Frau Schulz, weil ihr gerne auch kirchlich heiraten wollt."

Dies sind nur Kostproben. Alle Schriften der BZgA für alle Altersgruppen propagieren

die Sexualisierung der Kinder und Jugendlichen ab einem (!) Jahr. Sie unterminieren

die elterliche Autorität. Sie verführen Kinder und Jugendliche zu einer auf

Lustbefriedigung reduzierten Sexualität ohne eheliche Bindung. Durchgängig wird die

Gleichwertigkeit jeder Form sexueller Praxis - homo, lesbisch, bi, trans - mit der

Heterosexualität unterstellt. Die Kinder und Jugendlichen werden ab neun Jahren in

der Schule zu Experten der Verhütung ausgebildet. Abtreibung wird ihnen als eine

harmlose Option zur freien Entscheidung angeboten.

Dies ist die "Familienpolitik" eines Staates, der von der demographischen Krise in

seiner Existenz bedroht ist. Weil Gender Mainstreaming die globale und nationale
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Agenda mit oberster Priorität ist, kann das Problem des Familienzusammenbruchs,

der massenhaften Tötung ungeborener Kinder und der sinkenden Geburtenrate nicht

gelöst werden. Die von Staat und Medien betriebene moralische Zerrüttung des

Volkes ist die Wurzel des Übels.

Sind die sechzig Prozent Taufscheinchristen mit der Zwangssexualisierung durch

Staat und Medien einverstanden? Sind es die Muslime? Ist es die Mehrheit der Eltern

ohne religiöse Bindung? Gewiß nicht, aber großes Schweigen liegt über dem Land -

Merkmal eines prä-totalitären Zustandes der Gesellschaft.

Im Bereich von Politik, Medien und Universität steht auf Gender-Widerstand

Verleumdung, Einflußlosigkeit, berufliche Ausgrenzung. Ein neues Schimpfwort wird

zu einem juristischen Tatbestand, um den Widerstand zu kriminalisieren:

Homophobie. Der Begriff unterstellt, daß all jene von krankhafter Angst besessen

sind, die daran festhalten, daß die Sexualität nur dann dem Menschen und der

Gesellschaft zum Wohl gereicht, wenn sie Ausdruck der Liebesvereinigung von Mann

und Frau ist, offen für die Fortpflanzung. Das Europaparlament hat mit seiner

Entschließung B6-0025/2006 vom 18. Januar 2006 angekündigt, daß es Homophobie

"ausmerzen" will. In Polen schreitet die EU im Frühjahr 2007 zur Tat. Weil Polen

keine "homosexuelle Propaganda in Schulen" will, soll nach dem Willen der großen

Mehrheit des EU-Parlaments (26. April 2007) in Polen eine "fact-finding mission"

wegen "zunehmender Tendenz zu rassistischer, fremdenfeindlicher und homophober

Intoleranz" durchgeführt werden, um das Land beim Europäischen Gerichtshof

anklagen zu können.

Es ist Zeit aufzuwachen. Zu lange sind wir auf die ideologischen Phrasen von

Freiheit, Toleranz und Antidiskriminierung hereingefallen. Sie dienen in erster Linie

der Diskriminierung und Ausgrenzung von Christen und Konservativen und der

Abschaffung der Meinungs- und Religionsfreiheit.

Wachen wir auf! Stehen wir auf, damit die "Schöne neue Welt", die Aldous Huxley in

den 1930er Jahren vorausgesehen hat, nicht Realität wird. Deren Bewohner, von

denen keiner "jemals lange warten mußte, daß man ihm gewähre, sobald er merkte,

daß er begehre", blicken mit Grausen auf die Zeit zurück, als es noch die

"lebendgebärende Mutter" gab, die ihre eigenen Kinder säugte "wie eine Katze ihre

Jungen, aber eine Katze mit Redegabe, eine Katze, die ohne Unterlaß: 'Mein Kleines,

mein Süßes' sagen konnte".

Gabriele Kuby ist Soziologin, Publizistin und Mutter von drei Kindern. Ihr neuestes

Buch "Auf dem Weg zum neuen Gender-Menschen" ist soeben im fe-Medienverlag

erschienen.

Foto: "Kill your Gender" ("Töte dein Gschlecht"), Plakatkunst in Berlin: Beim Gender

Mainstreaming geht es um "social engineering", um die Schaffung des neuen,

geschlechtsvariablen Menschen

Charly  28.12.2014