Zwangssexualisierung

Lieber Karl,

im Anhang befindet sich eine SchuzH-Info über die Inhaftierung eines Vaters aus dem Oberbergischen Kreis, der sein Kind nicht der schulischen Zwangssexualisierung aussetzen wollte.


Mit freundlichen Grüßen

i. A. Christa Widmer
Mitarbeiterin von SchuzH e.V.



Schulunterricht zu Hause e.V.

Verein zur Verwirklichung des grundgesetzlich garantierten Erziehungsrechts der Eltern

Vorsitzender: A. Eckermann, Buchwaldstr.16, 63303 Dreieich, Telefon: 06103/8024969, Telefax: 06103/8026389, e-mail: info@schuzh

Datum: 29.06.2012

SchuzH-Info: 20 Stunden schulische Zwangssexualisierung für einen 10-Jährigen

Erzwingungshaft für Vater, der dies verhinderte

SchuzH informierte vor drei Monaten über die bevorstehende Inhaftierung des Herrn M. aus dem

Oberbergischen Kreis in NRW, der seinen 10-jährigen Sohn nicht an dem in der 4. Klasse vorgese-
henen 20-stündigen Sexualkundeunterricht teilnehmen ließ und deshalb – wie auch seine Frau – zu

einem Bußgeld von 250 € verurteilt wurde. Er sollte in Erzwingungshaft genommen werden, weil er

sich weigerte, Buße durch Zahlung des Bußgeldes zu tun – für seine wahrgenommene Elternpflicht,

seinen Sohn vor staatlichen Eingriffen in dessen Intimsphäre zu schützen.

SchuzH hatte damals (SchuzH-Info vom März 2012) anlässlich dieses Falles die Ansichten von

Experten zur negativen Auswirkung der staatlichen Sexualerziehung auf Kinder und Jugendliche

veröffentlicht. Die angekündigte Inhaftierung von Herrn M. blieb aus. Es schien sich ein Umdenken

bei den betreibenden Behörden zu vollziehen.

Heute, am 29.06.2012, wurde Herr M. nun doch in seinem Haus festgenommen und in die Voll-
zugsanstalt Attendorn verbracht.

Es kommen immer wieder Fragen zur staatlichen Sexualerziehung auf, die die allgemeine Unkennt-
nis in der Bevölkerung und bei den Eltern über die tatsächlichen Unterrichtsinhalte staatlicher

Sexualerziehung zeigen. Wer weiß denn, dass 10-jährige Jungens und Mädchen 20 Stunden

Sexualerziehung in der 4. Klasse zu absolvieren haben? Wer kennt den tatsächlichen Inhalt dieser

20 Stunden? Diesen kennen nur die Lehrer und die Belehrten – die Schüler. Immerhin geben die

Unter-richtsmaterialien, wenn sie vorliegen, einen gewissen Informationsrahmen.

Die Unterrichtsmaterialien im Fall M. liegen SchuzH vor. Daran Interessierte können sich an

Die Eltern M. befassten sich mit den Unterrichtsmaterialien. Diese bestätigten ihre Entscheidung,

die sie schon auf Grund der Elterninformation zu dieser Sexualerziehung für sich und ihr Kind

getroffen hatten: Ihr Sohn, der sich noch in der Latenzphase befindet, muss vor dieser schamlosen,

antichristli-chen Sexualerziehung geschützt werden. Die Latenzphase ist die Phase zwischen 6.-

12. Lebensjahr, in der die Kinder viele soziale und seelische Antriebe entwickeln, sexuelle Anstöße

jedoch entwicklungsstörend sind.

Der Sohn weigerte sich, an diesem Unterricht teilzunehmen.

Auch andere Schüler in NRW verweigern die Teilnahme am Sexualkundeunterricht. Wenn Eltern

nicht wie die Eheleute M. ihr Kind vor der Zwangssexualisierung der Schule schützen, bleiben die

Kinderrechte zunehmend auf der Strecke.

Die Eltern M. beantragten Befreiung.

Sie legten die Persönlichkeitsrechtsverletzung ihres Sohnes dar (Art. 2 I GG i.V.m. Art. 1 I GG),

die eintritt, wenn sie ihn nicht vor den Eingriffen der Sexualerziehung in seine Intimsphäre durch

Nichtteilnahme an diesem Unterricht schützen.

Sie beriefen sich darauf, dass das Unterrichtsmaterial nicht den Zulassungsvoraussetzungen für den

staatlichen Sexualkundeunterricht entspricht (BVerfGE 46,47ff). Nach der genannten Entscheidung

des Bundesverfassungsgerichtes muss das Unterrichtsmaterial wissenschaftlich geprüft sein, und

der Unterricht muss die elterliche Glaubensüberzeugung und das Persönlichkeitsrecht der einzelnen

Sie beriefen sich auf ihr grundrechtlich gewährtes Elternrecht (Art. 6 II Satz1 GG i.V.m. Art. 4 I

und II GG). Danach können sie ihren Sohn von ideologischen Unterrichtungen fernhalten, die ihrer

Glaubensüberzeugung nicht entsprechen und die sie für falsch und schädlich halten (BVerfGE

93,1/17). Sie beriefen sich auch auf Art. 2 des 1. Zusatzprotokolls zur Europäischen Menschen-
rechtskonvention (EMRK), nach dem die Glaubensüberzeugung der Eltern im staatlichen Unterricht

Die Eltern M. fassten ihre Beurteilung der schulischen Sexualerziehung am Ende ihres Schreibens

an das Amtsgericht Gummersbach wie folgt zusammen (Schreiben vom 23.03.2009, S.2):

„Die staatliche Sexualerziehung ist einseitig emanzipatorisch-ideologisch ausgerichtet; sie

widerspricht unserer christlichen Glaubensüberzeugung, und wir halten sie für falsch, weil

sie die Kinder zu einer selbstbestimmten Frühsexualität mit allen negativen Folgen einer

solchen verführt (z.B. Erziehungsunfähigkeit – so S. Freud) und die Pädophilie bejaht, wenn

Das Amtsgericht Gummersbach urteilt (Urteil des AG Gummersbach – Az: 85 OWi 66/09 - S.3),

ohne sich mit dem vorgelegten Unterrichtsmaterial und den rechtlichen und tatsächlichen Darle-
gungen der Eltern auch nur ansatzweise befasst zu haben:

„Ein wichtiger Grund, der eine Befreiung erforderlich gemacht hätte, war nach Ansicht des

Gerichts auch nicht gegeben. Es ist bereits mehrfach höchstrichterlich entschieden worden,

dass die verpflichtende Teilnahme am Sexualkundeunterricht weder eine grundrechtlich

geschützte Position des Kindes oder seiner Eltern unzumutbar verletzt ...“.

Der konkrete schulische Sexualkundeunterricht ist damit der gerichtlichen Kontrolle entzogen.

Die staatliche Sexualerziehung kann Elternrechte (Art. 6 II Satz1 GG, Art. 4 I und II GG ) und

Schülerrechte (Art. 2 I GG i.V.m. Art. 1 I GG) sanktionslos verletzen.

Dieses Urteil ist in NRW leider kein Einzelfall einer richterlichen Falschentscheidung. Das OLG

Hamm teilt die Ansicht des AG Gummersbach in ständiger Rechtsprechung (OLG Hamm III – 4

RBS 77/12) – und das nicht nur für den Bereich der staatlichen Sexualerziehung, sondern für all

die Fälle, in denen sich Eltern auf ihr Elternrecht berufen und ihre Kinder aus Glaubens- und Gewis-
sensgründen von Schulveranstaltungen fernhalten.

Diese Entscheidungen missachten die Grundrechtsbindung der Behörden und Gerichte (Art. 1 III

GG) und höhlen damit die Rechte der Eltern und Schüler im Bereich der Schule aus.

Schulunterricht zu Hause e.V.

Herr Maschke befindet sich nach Auskunft seiner Familie in der JVA Attendorn, Biggeweg 5,

757439 Attendorn bis zum 06.07.2012 und kann dort Briefe und Karten empfangen.

Charly  15.08.2015