Der oder die Grundtexte der Bibel

Der zweite Brief des Apostels Paulus an Timotheus Kapitel 3

Der oder die Grundtexte der Bibel

Beitragvon Charly » Sa Dez 20, 2014 6:28 am

2Tim 3,16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und {O. Alle von Gott eingegebene Schrift ist auch} nütze zur Lehre, {O. Belehrung} zur
Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit,
2Tim 3,17 auf daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig geschickt.


Meine Lieben

Nach allem was ich heute weiß über die verschiedenen Grundtexte, bin ich der Annahme, daß die verschiedenen Textzeugen keine Verschiedenen Lehren zulassen. Dennoch gibt es Unterschiede. Alleine der Textus Rezeptus und der Codex Sinaiticus haben Verschiedenheiten, die teilweise markant sind, oder doch nicht?

Ein Beispiel:

a. Rev. Elberfelder / Sinaiticus

Joh 7,8 Geht {ihr} hinauf zu diesem Fest! {Ich} gehe nicht hinauf zu diesem Fest; denn {meine} Zeit ist noch nicht
erfüllt.


b. Schlachter 2000 / Textus Rezeptus

Joh 7,8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest; ich gehe noch nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

Wurde nun im Codex Sinaiticus das Wort "noch" herausgenommen oder im Textus Rezeptus hinzugefügt?

Es gibt dazu noch viele Beispiele. Und es gibt auch noch mehr Texte. Viele Christen sind überzeugt, daß nur dieser oder jener Text der einzig richtige Urtext ist. Es gibt in dieser Hinsicht lieblose Verbalschlachten, die allerdings hier zu vermeiden sind. Andere halten die verschiedenen Texte für gegenseitige Ergänzungen. Ich hingegen weiß es nicht, deshalb stelle ich das hier im Forum als Frage. Vielleicht ist das Gericht am Hause Gottes 1.Petr.4,17 gar so fortgeschritten, daß es kaum noch einer blickt?

Was für Erkenntnisse habt ihr in dieser Angelegenheit?

Links: https://www.youtube.com/watch?v=fbqEGd9P8vI / http://www.martinarhelger.de/textgrundlage.pdf
Jer 22,29 O Land, Land, Land, höre das Wort des HERRN!
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Re: Der oder die Grundtexte der Bibel

Beitragvon Charly » Do Okt 08, 2015 7:06 am

69 Der Vorwurf, der Herr habe mit den Worten „Ich gehe nicht zu diesem
Fest“ die Unwahrheit gesagt, ist oft gegen den Text der alten Handschriften
erhoben worden. Solche Kritiker stoßen in dasselbe Horn wie
Porphyrus, ein neuplatonische Philosoph und Feind des Christentums
aus dem 3. Jahrhundert. Auch er warf dem Herrn vor, in Joh 7,8 eine
Unwahrheit ausgesprochen zu haben. Der Hinweis auf Porphyrus ist
auch deshalb bemerkenswert, weil klar wird, dass man zu seiner Zeit die
Lesart mit dem eingefügten „noch“ noch nicht kannte - sonst hätte der
Vorwurf von Porphyrus ja keinen Sinn gehabt. Die Lesart des Textus
Receptus ist also nicht ursprünglich. Es ist andererseits verständlicher,
dass man ein „noch“ in Johannes 7,8 einfügte um Kritikern wie
Porphyrus den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Quelle: http://www.martinarhelger.de/textgrundlage.pdf

Obwohl ich mich oft eher zum Textus Rezeptus hingezogen fühle, scheint mir z.B. das Obige doch als Argument.
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