Seine Abstammung angeben können

Das vierte Buch Mose (Numeri) Kapitel 2

Seine Abstammung angeben können

Beitragvon Martin » Mi Apr 22, 2015 5:24 am

4.Mose 2

Hier sehen wir die beiden grossen Gruppen, in die sich die ganze menschliche Familie von den Tagen Kains und Abels bis in unsere Zeit aufteilt. Und wir sehen hier auch gleichzeitig den einfachsten Prüfstein, an dem wir unsere "Abstammung" feststellen können. Haben wir uns selbst verurteilt? Haben wir uns in wirklicher Reue vor Gott gebeugt? Das bedeutet "Gott rechtfertigen"! Beide Dinge gehören zusammen, ja, sind ein und dasselbe: Derjenige, der sich selbst verurteilt, rechtfertigt damit Gott, und wer Gott rechtfertigt, verurteilt sich selbst - und andererseits richtet derjenige Gott, der sich selbst rechtfertigt bzw. wer Gott richtet, rechtfertigt sich selbst.
So ist es in jedem Fall. Und es sei nochmals bemerkt, dass in demselben Augenblick, in dem wir uns auf den Boden der Busse und des Urteils über uns selbst stellen, Gott unser Rechtfertiger wird. Gott rechtfertigt immer diejenigen, die sich selbst verurteilen. Alle seine Kinder rechtfertigen ihn, und Er rechtfertigt alle seine Kinder. In dem Augenblick, als David sagte: "Ich habe gegen den Herrn gesündigt", erhielt er die Antwort: "Der Herr hat deine Sünde weggetan" (2. Sam 12,13). Gottes Vergebung folgt dem Bekenntnis des Menschen sofort. Daraus ergibt sich, dass es sehr töricht ist, sich selbst zu rechtfertigen (vgl. Ps 51,6 bzw. 7;Röm 3,4), und dass es weise ist, wenn wir uns selbst verurteilen; alle Kinder der Weisheit tun es. Von Natur aus gebnen wir allem und jedem die Schuld, nur uns selbst nicht. Wo aber die Gnade wirkt, da entsteht die Bereitschaft, sich selbst zu verurteilen und einen niedrigen Platz einzunehmen. Darin besteht das Geheimnis alles Segens und des Friedens. Jeder, der wirklich dahin kommt, dass er sich selbst als verloren erkennt und sich selbst verurteilt, ist ein Kind der Weisheit, und er kann deshalb mit Sicherheit und Bestimmtheit seine "Herkunft" angeben. Auf diesen Punkt möchte ich hier am Anfang den Nachdruck legen. Unmöglich kann memand die richtige "Standarte", das richtige "Banner" erkennen und sich dort aufstellen, wenn er nicht seine "Herkunft" angeben kann. Kurz gesagt: Es ist unmöglich, den richtigen Standplatz in der Wüste einzunehmen, so lange im Hinblick auf diese grosse Frage noch irgendwelche Unsicherheit herrscht. Wie hätte einer der alten Isrealiten seinen Platz in der Gemeinde einnehmen und mit den Übrigen im Heer stehen können, und wie hätte er erwarten können, irgendwie in der Wüste voranzukommen, wenn er sich nicht als Israelit hätte ausweisen können? So ist es auch jetzt mit den Christen. Ein Weiterkommen im Leben in der Wüste und jeder Erfolg im geistlichen Kampf sind ganz unmöglich, solange noch irgendwelche Unsicherheit der geistlichen Herkunft besteht. Wir müssen sagen können: "Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind" (1. Joh 3,14), "wir wissen, dass wir aus Gott sind" (1. Joh 5,19), "wir haben geglaubt und erkannt" (Joh 6,69), bevor irgendein wirklicher Fortschritt in unserem Leben als Christen möglich ist.

Kannst Du Deine Herkunft angeben? Ist das für dich eine vollständig geklärte Frage? Bist du dir bis in die Tiefen deiner Seele darüber im Klaren? Wenn du ganz allein bist mit Gott - ist das dann eine gänzlich entschiedene Frage zwischen dir und ihm? Prüfe, untersuche das gut, und vergewissere dich sorgfältig! Geh nicht leicht über diese Angelegenheit hinweg! Verlass dich nicht auf ein blosses Bekenntnis! Sage nicht: "Ich bin Mitglied einer Versammlung; ich nehme das Abendmahl des Herrn; ich halte mich an diese oder jene Lehren; ich bin religiös erzogen; ich lebe moralisch einwandfrei; ich habe niemandem etwas getan; ich lese die Bibel und bete; ich halte zu Hause Familienandachten; ich gebe viel für wohltätige und religiöse Zwecke." - Das alles kann vollkommen wahr sein, ohne dass du einen einzigen Pulsschlag göttlichen Lebens besitzt, ohne dass dich jemals ein einziger Strahl göttlichen Lichtes erreicht hat. Keines dieser Dinge - und auch nicht sie alle zusammen - ist ein Beweis göttlicher Herkunft. Das Zeugnis des Heiligen Geistes, dass du ein Kind Gottes bist, ist erforderlich, und dieses Zeugnis begleitet immer den einfachen Glauben an den Herrn Jesus Christus. "Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat das Zeugnis in sich selbst" (1. Joh 5,10). Keinesfalls geht es dabei darum, dass du in dein eigenes Herz siehst, um Beweise zu finden; es ist nicht ein Gebäude, errichtet auf Gemütsbewegungen, Gefühlen, Erlebnissen - es ist nichts dergleichen. Vielmehr geht es um einen kindlichen Glauben an Christus; es geht darum, ewiges Leben in dem Sohn Gottes zu haben; es geht um die unvergängliche Versiegelung durch den Heiligen Geist; es geht darum, Gott beim Wort zu nehmen. "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben übergegangen" (Joh 5,24).

Quelle: "Die fünf Bücher Mose", C.H. Mackintosh
Martin
 

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