Neomarxistische Revolution

Lieber Karl,

Der ESTRELA report (siehe Anhang), wenn er in der Europäischen Union akzeptiert werden sollte, bewirkt eine zwingende Sexualerziehung von Geburt eines Kindes an und ferner das Menschenrecht auf Abtreibung.

Ein Gesetz nach dem ESTRELA-Report würde direkte und weitreichende Konsequenzen für alle EU-Länder, und auch indirekte Auswirkungen auf die westlich orientierten Staaten wie USA und Kanada usw. haben.

Es scheint höchste Zeit zu sein für eine große, umfassende und schnelle Opposition für alle Personen und Organisationen, die auf die Menschenrechte in der Definition vor 1968 bauen und für sie kämpfen. Der ESTRELA-Report muss gestoppt werden, bevor er in EU-Recht umgesetzt wird!

Die Bemühungen von European Dignity Watch gegen die ESTRELA-Initiative sollte unterstützt werden, direkt und/oder durch begleitende Aktionen.

Mit freundlichen Grüßen
Schulunterricht zu Hause eV
Armin Eckermann

Verein zur Verwirklichung des grundgesetzlich garantierten Erziehungsrechts der Eltern

SchuzH-Info: Deutschlands totalitäre Staatserziehung

Ein Beitrag von G. Eckermann

Weite Kreise unserer Bevölkerung nehmen – ungeachtet der Proteste gegen den Bildungsplan 2015

von Baden-Württemberg und seines sexualpolitischen Leitgrundsatzes – nicht wahr, dass wir uns

seit 1968 in einer Sexual- und Kulturrevolution befinden.

Dieser Sexual- und Kulturrevolution geht es um die Veränderung des Menschen in seiner Persön-
lichkeitsstruktur. Durch den veränderten Menschen soll es dann zu veränderten gesellschaftlichen

Verhältnissen kommen, weshalb diese Revolution auch neomarxistisch-anthropologische Revolu-
tion genannt wird. Sie soll zur Veränderung des Menschen in seinem Bewusstsein, in seinem Trieb-
verhalten und in seiner Individualität führen. Diese Kulturrevolution ist ein „Erziehungsprozeß“ (I.

Lück, Alarm um die Schule. Kritische Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Erziehungs-
Situation - die neomarxistische Unterwanderung, 1980, S.42).

Diese Revolution strebt gemäß ihres Chefideologen Herbert Marcuse „eine totale ‚Erziehungs-
diktatur‘ durch die Intellektuellen an, die vorschreibt, was Glück ist, die die Bedürfnisse bestimmt,

die befreiende Funktion ausübt, die aber auch dazu autorisiert und in der Lage ist, gegenläufige

Tendenzen zu unterdrücken. Diese repressive Herrschaft muss vom Widerstrebenden zwangsläu-
fig erduldet werden. Das Glück des Individuums, das der Vorstellung der Intellektuellen von dem,

was der Begriff Glück konkret beinhaltet, nicht entspricht, ist nicht garantiert, sondern ein solches

Individuum ist der Liquidation durch die ‚befreiende Herrschaft‘ preisgegeben“ (zit. nach Lück

S.53).

Leitwort dieser Ideologie ist: „Du bist nichts, die Gesellschaft ist alles“ (G. Huntemann, Die

Zerstörung der Person, 1981, S.14).

1980 schrieb der Erziehungswissenschaftler Wolfgang Brezinka in seinem Buch „Die Pädagogik

der Neuen Linken“, 5. Auflage 1980, im Vorwort Folgendes (S.5/6): „Die Strategie der Neuen

Linken lautet: durch Kulturrevolution zur Gesellschaftsrevolution. Die wichtigsten Mittel sind

Propaganda und Erziehung. Die Neue Linke hat von Anfang an im Erziehungswesen ihr Haupt-
arbeitsfeld gesehen. Bei der Bewußtseinsänderung der pädagogischen Intelligenz der Lehrer und

Lehrerbildner, der Sozialarbeiter, Jugendhelfer, Erwachsenenbildner und kirchlichen Seelsorger

sowie der Bildungspolitiker hat sie auch ihren größten Erfolg errungen.“

1987 schrieb der Soziologieprofessor Helmut Schoeck im Vorwort zu seinem Buch „Kinderverstö-

rung. Die missbrauchte Kindheit – Umschulung auf eine andere Republik“ (S.7): „Seit Beginn der

70er Jahre kamen bei uns im Bildungswesen, in vielen Medien, in kirchlichen Einrichtungen und in

der Gesetzgebung Bestrebungen zum Zug, mit denen Linksliberale, Linke und Marxisten (nach

Brezinka: die Neue Linke) das Ziel verfolgten, eine totale geistige und gefühlsmäßige ‚Emanzipa-
tion‘ des Kindes von seiner Familie herzustellen.“

Diese Emanzipation des Kindes von seiner Familie, von seiner Kultur, ja von seiner Persönlichkeit

war und ist das Ziel der Revolution.

Als erfolgreichstes Mittel zur Erreichung dieses Zieles diente und dient die im Jahr 1968 eingeführte staatliche, fächerübergreifende Sexualerziehung. Mit ihr erreichte der Staat die Emanzipation der

Kinder von ihren Eltern, ihrer Religion, den Autoritäten und dem bürgerlichen Wertesystem, der

christlich-abendländischen Kultur. Nächstes Ziel ist es, die Persönlichkeitsstruktur der Kinder im

Sinne der Ideologie zu verändern – dem dient auch der Bildungsplan 2015.

Dieser ideologische Umerziehungsprozess der Schüler wurde insbesondere durch das Bundesverfas-
sungsgericht flankiert, indem es kontinuierlich das grundrechtlich garantierte natürliche und vor-
rangige Elternrecht zugunsten der Staatserziehung aushöhlte, indem es dem Staat ein eigenständiges

Erziehungsrecht einräumte, das dem elterlichen gleichgeordnet gegenübersteht.

2003 setzte das Bundesverfassungsgericht das „Interesse der Allgemeinheit“ über das elterliche

Erziehungsrecht (1 BvR 436/03, Rdn. 8) und damit letztlich auch über alle dem Bürger im Grund-
gesetz gewährleisteten Freiheitsrechte. Diese Freiheitsrechte garantierten dem Einzelnen einen

privaten Bereich, in den der Staat grundsätzlich nicht eingreifen darf. Sie stehen nicht zur Disposi-
tion des Staates, sondern sind in all seinem Handeln als geltendes Recht zu beachten (Art. 1 Abs. 3

GG). Sie können auch nicht geändert oder gar abgeschafft werden (Art. 79 Abs. 3 GG). Es sind

absolute Rechte. Hierzu gehören neben dem elterlichen Erziehungsrecht insbesondere das Persön-
lichkeitsrecht, auch das des Schülers (Art. 2 Abs. 1 GG i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG), und das Recht

der Glaubens- und Gewissensfreiheit (Art. 4 Abs. 1 und 2 GG). Das Bundesverfassungsgericht hat

sich seiner Bindungspflicht an Gesetz und Recht (Art. 1 Abs. 3 GG und Art. 20 Abs. 3 GG)

entledigt und die Freiheitsrechte der Bürger vergesellschaftet „im Interesse der Allgemeinheit“.

Dieses Allgemeininteresse bestimmen derzeit Richter des Bundesverfassungsgerichts – nach Marcu-
se: die Intellektuellen.

Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem sog. Krabat-Urteil entschieden, dass das elterliche

Erziehungsrecht auf die außerschulische Erziehung beschränkt ist und der Staat im Schulbereich an

die Stelle der Eltern getreten ist (BVerwG Urteil vom 11.09.2013 – 6 C 12.12, Rdn. 21). Damit ist

jeder Einfluss von Eltern auf Unterrichtsinhalte der Schule abgeschnitten.

Exekutive und Legislative nutzen den Freiraum, den ihnen die Gerichte – gegen Gesetz und Recht –

geschaffen haben, um die Kinder ganz unter die Staatserziehung zu bringen und den elterlichen

Einfluss auszuschalten. Krippen, Kindergärten, Tagespflege in Kitas oder anderen Einrichtungen,

Früheinschulung und Ganztagsschulen dienen dazu.

Das Krabat-Urteil hat die Schulen und Schulbehörden bestärkt, Eltern, die die Staatsideologie nicht

teilen und ihre Kinder davor schützen wollen, grundsätzlich keine Befreiungen mehr zu erteilen,

selbst wenn das Gesetz diese Möglichkeit vorsieht. Eltern, die ihre Kinder von einzelnen Schul-
veranstaltungen dennoch fernhalten, werden hart verfolgt und gegebenenfalls in Erzwingungshaft

genommen. Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichten, um sie der schulischen Indoktrination zu

entziehen, wird das Sorgerecht entzogen, wenn sie nicht ihre Kinder wieder in die Schule schicken

oder rechtzeitig genug ins freiheitliche Ausland fliehen.

Die Legislative hat Gesetze geschaffen und damit die Kindererziehung von Geburt an ganz im

Sinne des 2. Familienberichtes der Bundesregierung aus dem Jahr 1975 zu einer gesamtgesellschaft-
lichen Aufgabe gemacht. Dort heißt es (S. 120, Hervorhebungen durch Verf.):

„Erziehung der Kinder ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe besonderer Art und Bedeu-
tung. Die Wahrnehmung dieser Aufgabe überträgt unsere Gesellschaft Familien und außer-
familiären pädagogischen Einrichtungen.“

Nach § 23 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) kann der Staat Kinder von Geburt an in

die Staatserziehung nehmen, wenn die Eltern sie nicht „eigenverantwortlich und gemeinschafts-
fähig“ erziehen, d.h. nicht im Sinne der Staatsideologie. Das Kind ist nichts, die Gesellschaft ist

alles. Werte und Normen bestimmt die Gesellschaft der autonomen Menschen, befreit von absolu-

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ten Maßstäben, die aus der Verantwortung des Menschen vor Gott entstanden sind. Dennoch: Das

Grundgesetz hat die Bürger und damit unseren Staat unter die Verantwortung vor Gott gestellt und

damit unter den absoluten Maßstab der in der Bibel offenbarten Gebote Gottes (Grundgesetz

Präambel). Eben diese Bindung wurde von der Revolution abgeschüttelt. So haben heute – de facto

– Eltern ihr Erziehungsrecht nicht mehr von Gott, sondern von der Gesellschaft. Eltern sind daher

für ihre Kindererziehung nicht mehr Gott gegenüber verantwortlich, sondern der Gesellschaft

gegenüber. Die Berufung gläubiger Eltern auf die in Art. 4 Abs. 1 und 2 GG garantierte Glaubens-
und Gewissensfreiheit läuft daher in Schulen und Gerichten ins Leere. „Die Gesellschaft kennt

keine absoluten Werte, da sie ... im ständigen Fluss der Veränderungen lebt und mit ihr Gut und

Böse, Wahrheit und Lüge, Richtig und Falsch“ (Huntemann, ebd. S.12).

Marcuse und damit die neomarxistische Ideologie will die totale Verneinung unserer gesamten,

bestehenden Gesellschaft bis hin zur persönlichen Identität. „Der Bruch mit der bisherigen Gesell-
schaft bezieht sich dabei auf den ganzen Menschen, auf sein Sehen, Hören, Fühlen und Verstehen

der Dinge“ (Lück, ebd. S. 52). So wird behauptet, der Mensch sei weder männlich noch weiblich

geboren; lediglich die Erziehung habe ihn zu dem gemacht, was er sei. Von dieser Erziehung müsse

der Mensch befreit werden, eben durch Umerziehung. Dieses Umerziehungsprogramm trägt den

Namen Genderismus oder Gender-Mainstreaming.

Der Geschichtswissenschaftler und Leiter des Politikressorts der Sonntagszeitung der FAZ, Volker

Zastrow, hat sich intensiv mit den Grundlagen der Genderideologie befasst. Er schreibt: „Gender

behauptet in letzter Konsequenz, dass es biologisches Geschlecht nicht gebe. Die Einteilung der

Neugeborenen in Junge und Mädchen sei willkürlich, ebensowohl könnte man sie auch nach ganz

anderen Gesichtspunkten unterscheiden, etwa in Große und Kleine. Daher liege bereits in der

Annahme der Existenz von Geschlecht eine letztlich gewalthafte Zuweisung von Identität: die

‚heterosexuelle Matrix'. Diese eher philosophische Hypothese widerstreitet der ursprünglichsten

Wahrnehmung und Empfindung der meisten Menschen, den Religionen und naturwissenschaft-
licher Forschung. ... Aber was sind die Ziele und Methoden? Das Ziel greift hoch hinaus: Es will

nicht weniger als den neuen Menschen schaffen, und zwar durch die Zerstörung der ‚traditionel-
len Geschlechterrollen'. Schon aus diesem Grunde muss das als Zwangsbegriff verneinte ‚Ge-
schlecht' durch ‚Gender' ersetzt werden. Und möglichst schon in der Krippenerziehung soll mit

der geistigen Geschlechtsumwandlung begonnen werden“ (Zastrow, Gender – Politische Ge-
schlechtsumwandlung, 2006, S.17).

Der Genderismus beruht auf einem wissenschaftlichen Betrug, wie Zastrow nachgewiesen hat

(Zastrow, S.35 ff). Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist nicht nur offensichtlich, sondern

auch wissenschaftlich belegt (M. Spreng - Harald Seubert, Vergewaltigung der menschlichen Iden-
tität – Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. Auflage, 2014; zu bestellen bei: http://ksbb-
bayern.de/wordpress/?p=72 – >Publikationen, >Bücher).  

Kann der Staat diesen Gender-Wahnsinn w e i t e r an den Schulen durchsetzen, hat er sein Ziel

erreicht: der neue Mensch, der dem Staat absolut hörig ist – gegen alle Vernunft und Wissenschaft-
lichkeit.

Bei diesem Sachverhalt stellt sich die Frage, ob das Widerstandsrecht nach Art. 20 Abs. 4 GG

greift. Danach haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn die Legislative die Bindung

an die verfassungsmäßige Ordnung, die Exekutive und die Judikative ihre Bindung an Gesetz und

Recht (Art. 20 Abs. 33 GG) aufgeben und andere Abhilfe nicht möglich ist.

Schulunterricht zu Hause e.V.

Armin Eckermann -3-

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Folgende Beiträge zum Genderismus sind im Internet zu finden:

Andreas Späth: „Gender-Mainstreaming – Befreiung oder Gesinnungsterror?“ http://beg-os.de/bekenntnistag.html  - Download der Bekennenden Evangelischen Gemeinde Osnabrück.

12. Bekenntnistag - Bekennende Evangelische Kirche Bad Salzuflen-Wüsten 2013, Thema:

Gendermainstreaming, Vortrag 1.

Siehe auch: http://www.bekennende-kirche.de/heft/56 vom März 2014.

Gerhard K. Ulrichs, Hann. Münden (Biblischer Arbeitskreis Kassel): „Hände weg von unseren

Kindern! Stoppt den totalitären Genderwahn!“

http://christlicher-gemeinde-dienst.de/news/newsdetail.php?id=1&nid=666

Volker Zastrow: „Gender-Mainstreaming – Politische Geschlechtsumwandlung“

http://www.faz.net/aktuell/politik/gender-mainstreaming-politische-geschlechtsumwandlung-1327841.html   

Hinweis: Die Initiative Familienschutz veranstaltet am 28.Juni 2014 in Stuttgart eine weitere

DEMO FÜR ALLE gegen den Bildungsplan 2015: Ehe und Familie VOR – Stoppt Gender-
Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder! Siehe: kontakt@familien-schutz.de

Charly  07.04.2015